3-Tage-Aktion des BDKJ im Kreis Ahrweiler: Junge Katholiken schwitzen für die Umwelt und Senioren

3-Tage-Aktion des BDKJ im Kreis Ahrweiler : Junge Katholiken schwitzen für die Umwelt und Senioren

Teams der Deutschen Katholischen Jugend wollten die Welt in 72 Stunden ein Stückchen besser machen. „Uns schickt der Himmel“ war ihr Motto im Kreis Ahrweiler.

Blech reden kommt bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) nicht gut an. Beim Versuch, in drei Tagen die Welt ein Stückchen besser zu machen, sind Anpacken und Teamgeist gefragt. Das Miteinander zählt, wenn die fünf Projektgruppen allein im Dekanat Remagen-Brohltal unter der Organisation von Pastoralreferentin Sheila Weiler sich auf den Weg machen, als aktive Jugend ein Zeichen zu setzen.

Doch Blech blasen in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Kreis Ahrweiler, das haben sich an diesem Wochenende die „Blechpänz“ des katholischen Posaunenchors Remagen unter der musikalischen Leitung von Wolff-Thomas Kress vorgenommen. Bei „Freude schöner Götterfunken“ hellen sich am Donnerstagabend in der Curanum-Residenz Remagen die Mienen der betagten Menschen auf.

Im Maranatha in Bad Bodendorf wünschen sich die Senioren „Großer Gott wir loben Dich“. „Das sind Lieder, die die Bewohner kennen und wo wir selbst bei Demenzkranken eine freudige Reaktion hervorrufen“, schildert Begleiter Thomas Haas die ersten Eindrücke der Tournee mit den zehn jungen Menschen zwischen neun und 18 Jahren als musikalische Botschafter.

Am Ende gab es Schokolade

In jeder der neun Einrichtungen wird auch der Aktionssong „Das ist unser Leben“ von Dave Paris gesungen, bevor es mit dem vom Remagener Jugendbahnhof gestellten Bus weitergeht. Das Maranatha-Team bedankt sich mit einem Präsentkorb mit viel Schokolade, wünscht viel Erfolg und erreicht zumindest zu Beginn der Aktion, dass sich die über schulfrei freuenden „Blechpänz“ fragten: „Kann nicht immer 72-Stunden-Aktion sein?“ Ob sie das am Sonntagabend, beim Abschluss in der Grundschule Sankt Martin, immer noch so sehen, wird sich zeigen. Was sie sich wünschen: Dass trotz Tournee-Stress' Zeit übrig bleibt, andere 72-Stunden-Aktionsgruppen in der Umgebung zu besuchen und sie bei ihren Projekten mit Musik zu motivieren.

Laute Mucke ertönt derweil auf dem Gelände des Hauses der offenen Tür (HoT) in Sinzig. Auf dem Grundstück geraten die „HOT People“ bei 23 Grad mächtig ins Schwitzen. Sie setzen einen Baustein des Projektes des Kreises, „Artenreiche Wiese – Lebensraum für Biene, Schmetterling und Co.“, in die Tat um. Auch ohne Teilnahme an der „Fridays for Future“-Demonstrationen ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Eine Blühwiese für Insekten

Rund 20 Jugendliche und Erwachsene aus dem HoT, seinem Austauschprogramm, dem Bundesfreiwilligendienst, Praktikanten aus Sinziger Schulen und ehrenamtlich aktive junge Leute bewaffnen sich mit Schaufeln und Schubkarre und bereiten den Boden für eine Blühwiese, um die Lebensbedingungen der Insektenwelt zu verbessern.

Carina Rolniczak, die mit Annette Hoffmann und HoT-Leiterin Petra Klein das Projekt betreut, freut sich über die Kooperation mit dem Kreis und der Stadt. „Alle arbeiten zusammen. Der Kreis stellt das Saatgut, der Bauhof der Stadt Sinzig die Gerätschaften und die Muttererde, unser Küchenteam sorgt für die Verpflegung und Patinnen wie die Bürgerin Alice Steinborn unterstützen unsere Teilnahme“, so Rolniczak, die zuvor noch Stroh und Holzscheite besorgt hat, damit sich die Insekten in ihrem Hotel auch richtig einrichten können.

Ein Repair-Café und ein besonderer Auftrag

Bleiben wir in Sinzig: Eine weitere Gruppe, diesmal sind es rund zehn Messdiener der Pfarreiengemeinschaft, sollen als „Get-it“-Projekt (siehe Infokasten) ein Repair-Café planen, organisieren, bewerben und am Sonntag veranstalten. Kaplan Thomas Hufschmidt steht helfend zur Seite. Ein Ansatz der BDKJ-Aktion ist neben Solidarität im Einsatz für und mit anderen auch, dem gelebten Glauben „Hand und Fuß“ zu geben. Sie möchte innerkirchlich und gesellschaftlich ein Zeichen einer aktiven Jugend setzen, die die Herausforderungen und Probleme in ihrer Umgebung sieht.

Die rund 25 Messdiener um Bad Breisigs Gemeinderefentin Josefine Bonn erfüllen derweil den Auftrag, eine XXL-Spielesammlung zu bauen und ein Spielefest zu organisieren. Ins Land der Märchen tauchen die 20 jungen Leute der Katholischen Jugend Kempenich ein. Im Jugendraum fertigen sie wetterfeste Märchenmotive an, die sie dann am Wegesrand des Erlebnispfades Steinrausch aufstellen. Wenn am Sonntag, um 17.07 Uhr, die Zielflagge fällt, wird eine Erkenntnis alle einen: Der Einsatz von Zeit, Herzblut und Schweiß hat sich gelohnt.

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