Im Siebengebirge wird am häufigsten geblitzt

Im Siebengebirge wird am häufigsten geblitzt

Der Rhein-Sieg-Kreis hat für seine 41 Starenkästen acht Kameras - Einnahmen aus Tempoverstößen steigen - Der "Rekordhalter" fuhr 132 Stundenkilometer zu schnell

Siebengebirge. Wer mit seinem Auto mit überhöhter Geschwindigkeit im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs ist, muss besonders im Siebengebirge damit rechnen, "erwischt" zu werden. Denn die zwei Radaranlagen auf der Landstraße 331 von Königswinter nach Ittenbach, die vor genau zehn Jahren installiert worden sind, und die Anlagen in Bad Honnef (Schmelztal und auf der Bundesstraße 42) sind nahezu das ganze Jahr über "scharf".

Das bestätigt auch die Kreisverwaltung in Siegburg, die im Rhein-Sieg-Kreis insgesamt 41 Starenkästen aufgestellt hat: "Die Radaranlagen im Siebengebirge sind verhältnismäßig oft scharf", sagte Marianne Wittek von der Pressestelle des Kreises.

Insgesamt verfügt der Kreis für die 41 Starenkästen aber nur über acht Kameras, die mit Filmen bestückt sind, auf denen bis zu 400 Aufnahmen gemacht werden können. Ist der Film voll, stoppt die Kamera ihre Kontrollfunktion. Aufs Jahr gesehen werden werden aus den Starenkästen heraus 80 000 Aufnahmen gemacht.

Mit teils langwierigen Folgen für die Temposünder, die nicht nur ein Bußgeld zahlen müssen, sondern bei einer Tempoüberschreitung von mehr als 30 Stundenkilometern den Führerschein abgeben müssen. Der "Rekordhalter" ist nach Angaben Witteks bei einem zulässigen Tempo von 60 Stundenkilometern mit Tempo 192 erwischt worden.

Woher die ertappten Temposünder kommen, das wird in der Kreisverwaltung statistisch nicht erfasst. Deshalb könne auch die Frage nicht beantwortet werden, ob sich die Ortskundigen mittlerweile an die Starenkästen gewöhnt haben und mittlerweile an den Messstellen vorschriftsmäßig fahren oder rechtzeitig auf die Bremse treten. Eine Differenzierung der Temposünder nach Autofahrern aus dem Kreis oder aus ferneren Regionen macht nach Darstellung Witteks auch keinen Sinn. "Wenn ein Kölner in Königswinter arbeitet, ist er auch ortskundig."

Mit der Aufstellung der Starenkästen will der Kreis Unfallschwerpunkte entschärfen. "Geschwindigkeitsmessanlagen", heißt es auf der Internetseite des Kreises, "sind kein Mittel, die Einnahmen der öffentlichen Hand zu erhöhen, sondern leider ein notwendiges Übel, um Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer an die geltenden Regeln im Sinne der Verkehrssicherheit zu erinnern."

Überhöhte Geschwindigkeit zähle nach wie vor zu den häufigsten Ursachen bei Unfällen. Deshalb seien an Gefahrenstellen in Absprache mit der Polizei Messstellen eingerichtet worden.

Der Erfolg gibt dem Kreis Recht: Laut Wittek stagnieren die Unfallzahlen im Kreis in den vergangenen Jahren oder gehen sogar zurück, je nach Ort. Und das trotz der ständig steigenden Zahl von zugelassenen Fahrzeugen. Aber auch für die Kreiskasse sind die eingesetzten Kameras ein Erfolg.

Laut Wittek ist bei den Einnahmen die Tendenz steigend. In den vergangenen beiden Jahren seien die Einnahmen um 200 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro gewachsen. Und was bleibt davon nach Abzug der Ausgaben übrig: Laut Wittek verzeichnet der Kreis einen jährlichen Überschuss von 600 000 bis 650 000 Euro. Wer sich als Autofahrer an die Starenkästen gewöhnt hat, ist allerdings vor Überraschungen nicht sicher.

So warnt der Kreis diese Spezies von Temposündern mit dem Hinweis, "dass die Polizei eigene Messungen auch an anderen Stellen durchführt, ebenfalls ist die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass aufgrund aktueller Ereignisse der Rhein-Sieg-Kreis an anderen Stellen misst."

Die Standorte der stationären Geschwindigkeits-Messanlagen im Rhein-Sieg-Kreis sind im Internet aufgelistet unter www.rhein-sieg-kreis.de. Dort dann zuerst Textversion anklicken, dann Straßenverkehrsamt. Die täglich akualisierten Radarfallen der Autobahnpolizei im Regierungsbezirk Köln finden Sie unter www.general-anzeiger-bonn.de/rat/verkehr.html

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