Hochhaus soll zum Computer-Display werden

Hochhaus soll zum Computer-Display werden

Jungfilmer wollen Bonner Langen Eugen in 264 Fenstern beleuchten und über Internet Bilder und Text steuern - Behörde sieht praktische Probleme

Bonn. Licht für den Langen Eugen: Einige Jungfilmer wollen jetzt ein Projekt präsentieren, das es in Bonn noch nie gab. Wenn das Abgeordneten-Hochaus am Rhein demnächst wegen anstehender Sanierung leergeräumt wird, soll die Nordfassade zur interaktiven Superleinwand werden.

Michael Simon und seine Firma Senfkorn-Filme wollen Lampen in den Fenstern der oberen elf Stockwerke installieren - was bei je 24 Fenstern pro Etage 264 Lichtpunkte ergibt. "Durch gezieltes Einschalten bestimmter Leuchten lassen sich so auf den oberen Teil des Langen Eugen Bilder zaubern", so die Idee. Denkbar sind auch Textlaufbänder, die über die Fassade "wandern", bewegte Animationen und Videospiele wie Ping Pong. Zugriff auf die Steuerung soll jeder Bürger haben, übers Internet oder gebührenpflichtige Rufnummern.

Die Sache ist nicht nur für Verliebte gedacht, die ihrem Schatz eine Botschaft via Hochhaus schicken wollen, sondern auch als Forum für Vereine oder Schulklassen. Denkbar sei auch, Wetterbericht, Temperatur oder die aktuelle Uhrzeit auf der Fassade anzuzeigen.

Für die Idee ist aber die Zustimmung des Hochhaus-Besitzers nötig, des Bundesvermögensamtes. Dessen Leiter Vinzenz Burkhard ist zwar offen für solche Aktionen, hält die praktische Umsetzung aber in der Kürze der Zeit für nicht mehr möglich. "Am 1. September beginnen schon die Bauarbeiten", sagte er.

Aber die Jungfilmer könnten ganz schnell loslegen, widerspricht Simon: "Die vier Wochen zwischen Auszug des letzten Nutzers und Baubeginn würden für die Aktion reichen. Erst wenn das Baugerüst steht, ist es vorbei." Die Software für das Projekt sei großteils vorhanden, und mit Konstantin Ehrenstein habe man einen Computer-Experten, der innerhalb der Ausstellung "Virtuelle Rekonstruktion zerstörter Synagogen" mit dem Vorzeigeprojekt der Kölner Synagoge betraut war.

Erst wenn die Sache genehmigt ist, will Simon Sponsoren dafür suchen. Es geht auch um einen guten Zweck: Der Erlös soll dem Hospizverein "Bonn Lighthouse" zufließen, der seit zehn Jahren todkranke Menschen betreut. Was die Filmer von dem Projekt haben? Sie wollen darüber einen Kurzfilm drehen: Es geht um zwei ältere Menschen, die sich über die Kommunikation am Hochhaus näher kommen.

Weitere Infos überwww.senfkornfilme.de oderwww.blinkenlights.de.

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