Gyrocopter sollen doch weiter fliegen dürfen

Gyrocopter sollen doch weiter fliegen dürfen

CDU, FDP und Aufbruch kippen im Sankt Augustiner Planungsausschuss das Verbot der Tragschrauber in Hangelar.

Sankt Augustin. Das erst Ende Januar vom Planungsausschuss beschlossene Aus für die Gyrocopter am Hangelarer Flugplatz ist wieder vom Tisch. Eben jener Ausschuss hat am Dienstagabend in seiner jüngsten Sitzung einen neuerlichen Antrag der Grünen zum Verbot der Tragschrauber mit den Stimmen von CDU, FDP und der Wählerinitiative Aufbruch abgelehnt.

Der Lärm rund um den Hangelarer Flugplatz bestimmt seit Wochen die politische Diskussion in Sankt Augustin. So war es kein Wunder, dass am Dienstag zum Tagesordnungspunkt "Verkehrslandeplatz Hangelar" eine Flut von Anträgen der Fraktionen vorlag. Letztlich setzte sich die CDU nach langen und heftigen Debatten mit weiten Teilen ihres Antrages zur Lärmsituation am Flugplatz durch.

So beschlossen die Politiker einstimmig, dass die bisher erfolgten Maßnahmen zur Lärmreduzierung in einem Jahr erneut auf den Prüfstand kommen und im Ausschuss diskutiert werden sollen. Ebenfalls einstimmig passierte ein weiterer Punkt des CDU-Antrages den Ausschuss, wonach die Stadtverwaltung aufgefordert wird, weitere Gespräche mit der Kölner Bezirksregierung zu führen, um eine bessere Kontrolle der Einhaltung der Platzrunde zu erreichen.

Nicht durchsetzen konnten sich die Grünen mit ihrem Vorstoß, einen Plan für die künftige Entwicklung des Flugplatzes aufzustellen und diesen mit einem Stopp für "neue Lärmemission produzierende Ansiedlungen" zu verbinden. Ebenso wenig fand der Antrag der Grünen eine Mehrheit, künftige Lärmschutzmaßnahmen über eine Erhöhung der Start- und Landegebühren zu finanzieren.

Schon jetzt sind die Stationierungsgebühren am Flugplatz Hangelar nach "leisen, mittleren und lauten" Flugzeugen und -geräten gestaffelt. Die SPD hatte vorgeschlagen, einen eigenen Unterausschuss zum Flugplatz einzurichten, um dort alle Fragen gebündelt unter möglichst breiter Beteiligung aller Akteure beraten zu können. Der Vorstoß wurde von CDU, FDP und Aufbruch abgelehnt. Ebenso erging es dem Ansinnen der Grünen, eine rechtliche Unterscheidung zwischen Fluglärm und Gewerbelärm prüfen zu lassen, weil sich so bessere Planungsmöglichkeiten schaffen lassen würden.

Grünen-Fraktionschef Martin Metz warf der Union und den Liberalen vor, weiterhin an Plänen für einen Ausbau des Hangelarer Flugplatzes "zu einem AeroBusinessPark mit allen negativen Konsequenzen" festzuhalten.

In seiner Februar-Sitzung hatte der Stadtrat die Ende Januar einstimmig beschlossene Verbotsempfehlung wieder zurück an den Planungsausschuss verwiesen. Eigentlich hätte der Rat die Empfehlung bestätigen und beschließen sollen, die Tragschrauber zu verbieten. "Es hat sich aber neuer Beratungsbedarf ergeben", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Schell damals.

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