Gutachter empfehlen Phantasialand-Erweiterung

Gutachter empfehlen Phantasialand-Erweiterung

Eine Bewertung der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef stützt die Prognosen des Unternehmens: 30 Hektar Ausdehnung und Investitionen von 150 bis 200 Millionen Euro schaffen etwa 3 600 neue Arbeitsplätze

Brühl. Das Fazit ist eindeutig: "Aus marktstrukturellen wie arbeitsmarktpolitischen Gründen ist die Erweiterung des Phantasialandes zu empfehlen."

Zu diesem Ergebnis kommen die Professoren Peter Thuy und Helmut Wachowiak, die im Auftrag der Stadt Brühl ein Gutachten über die Beschäftigungseffekte einer Erweiterung des Freizeitparks um 30 Hektar erstellt haben. Demnach sollen durch die geplanten Investitionen von 150 bis 200 Millionen Euro in zehn Jahren rund 3 600 Arbeitsplätze entstehen.

"Wir fühlen uns in unserem Handeln, einen Antrag für die Erweiterung des Phantasialandes zu stellen, bestätigt. Mit dem Gutachten konnten wir auch mal eine andere Facette in der Diskussion aufzeigen - neben den Belangen des Naturschutzes", sagte Brühls Pressesprecher Gerd Schiffer nach der Vorstellung der Studie im Planungsausschuss.

Nun werde man alle Beteiligten über das Ergebnis informieren, am 13. Juni entscheidet dann der Regionalrat über die für die Ausdehnung notwendige Änderung des Regionalplans. Anschließend müsste zudem die Stadt Brühl den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen.

In ihren Untersuchungen sollten die beiden Professoren von der Internationalen Fachhochschule in Bad Honnef überprüfen, ob die vom Phantasialand anlässlich des Planverfahrens vorgelegten Angaben als stimmig angesehen werden können. Als Basis dienten den Experten aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaftsbranche Selbstauskünfte des Brühler Unternehmens, gestützt durch die Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers, sowie Branchenreports und eigene Recherchen.

Im Ergebnis halten sie die Prognosen des Phantasialandes, das einen Anstieg um rund 1 200 Beschäftigte im Unternehmen vorhersagt, für realistisch. Auch die Annahme, dass durch die Erweiterung weitere 2 400 indirekte Jobs im Umfeld des Parks hinzu kommen, stützt das Gutachten. Während der Bauzeit würden darüber hinaus noch einmal durchschnittlich 700 Stellen gesichert, beziehungsweise geschaffen.

Im Wettbewerb mit anderen Freizeitparks ist für das Phantasialand laut Thuy und Wachowiak die Enge das Haupthindernis, "die notwendigen Strukturanpassungen an den Markt vollziehen zu können". Das führe zu langen Wartezeiten, Unzufriedenheit und Stress bei den Gästen sowie weiteren Kosten durch einen höheren logistischen Aufwand in der Hochsaison. Als Konsequenz seien die Besucherzahlen seit Beginn des Jahrzehnts deutlich rückläufig.

Da dadurch weitere Investitionen wie in der Vergangenheit nicht mehr möglich seien, könne das Phantasialand als Tagesausflugsziel allein nicht mehr bestehen. Die Erweiterung sei daher "aus freizeit- und tourismusökonomischer Sicht als notwendig zu bewerten, da sie neue Besuchergruppen (Kurzurlauber) aus neuen Quellmärkten erschließt und den vorhandenen Besucherstamm zu häufigeren Wiederholungsbesuchen veranlasst".

Der vom Freizeitpark dann prognostizierte Anstieg auf 2,6 Millionen Besucher - gut zwei Millionen Tages- und 600 000 Übernachtungsgäste - sei plausibel.

Weitere Infos zum Phantasialand in Brühl im Freizeit-Guide

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