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Bad Honnefer Zukunftskonzept: Gezielt die Wirtschaft fördern

Bad Honnefer Zukunftskonzept : Gezielt die Wirtschaft fördern

Wenn es nach den Mitgliedern im Ratsausschuss für Wirtschaftsförderung geht, dann wird es für Bad Honnef über kurz oder lang ein Stadtentwicklungskonzept geben; aufgestellt werden soll es in Kooperation mit einer Hochschule.

Über einen entsprechenden Vorschlag wird letztlich der Stadtrat entscheiden. Hintergrund für die Empfehlung an den Stadtrat waren die Basisdaten der Wirtschaftsförderung, die die Stadtverwaltung zur jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungs-Ausschusses vorgelegt hatte.

Mit denen alleine, so die einhellige Meinung, könne man wenig anfangen. Erst als Grundlage für ein Zukunftskonzept, mit dem Wirtschaftsansiedlungen gezielt gefördert werden sollen, seien sie sinnvoll. Hier die Basisdaten:

  • Gewerbesteuer: Seit Jahren steigen die städtischen Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Bad Honnef. 2008 lagen sie bei 5,2 Millionen Euro, 2009 wegen Nachveranlagungen gar bei 10,2 Millionen. Diese waren laut Kämmerin Sigrid Hofmanns vorher nicht zu kalkulieren. 2010 betrugen die Einnahmen 5,98 Millionen Euro, 2011 macht die vorläufige Bilanz 8,8 Millionen aus, für 2012 sind sieben Millionen Euro angesetzt.
  • Umsätze: Die Umsätze im Einzelhandel lagen 2011 bei 127,2 Millionen Euro, 2005 machten sie 101,4 Millionen Euro aus. Das, so die Verwaltung, entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 3,85 Prozent. Jeder Einwohner hat damit im Schnitt 5072 Euro im Einzelhandel ausgegeben.
  • Arbeitnehmer: 6986 Beschäftigte gab es im Dezember 2010 in Bad Honnef, im Vergleichsmonat 2009 waren es 6877. 56,2 Prozent davon waren Frauen. 14 Prozent aller Beschäftigten waren ohne Berufsausbildung, 56,8 Prozent verfügten über eine Berufsausbildung, 10,7 Prozent wiesen einen akademischen Berufsabschluss vor. 7,7 Prozent der Beschäftigten in Bad Honnef waren Ausländer.
  • Wirtschaftszweige: 13,9 Prozent der Bad Honnefer Beschäftigten waren im Dezember 2010 im verarbeitenden Gewerbe tätig, so die Verwaltung, 13,5 Prozent in Handel sowie Instandhaltung von Kraftfahrzeugen und sage und schreibe 23 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Dienstleistungsberufe machten denn auch den Löwenanteil von 71,3 Prozent aus, bei 21,2 Prozent handelte es sich um Fertigungsberufe, lediglich 4,7 Prozent waren technische Berufe.

Kritik am Internet-Auftritt

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung wurde - einhellige - Kritik am Internet-Auftritt der Stadt Bad Honnef laut. Als "Ansammlung von ein paar Links" bezeichnete Werner Seifert (CDU) das virtuelle Aushängeschild der Stadt. Als positives Beispiel führte Claudia Kreuder (FDP) die Kleinstadt Murrhardt bei Schwäbisch Hall an. Auf deren Internet-Seite werden potenzielle Investoren direkt angesprochen.

Handwerkliche Fehler monierte indes Seifert auf der Honnefer Seite: Wer die Immobilienangebote bei der Gewerbeflächenbörse anklickt, landet - nirgendwo. Der Ausschuss bat die Verwaltung, kleinere Verbesserungen wenn möglich zügig umzusetzen, der Internetauftritt insgesamt solle später im Zusammenhang mit einem Stadtentwicklungskonzept überarbeitet werden.