Bad Neuenahr-Ahrweiler will die Landesgartenschau: „Gesunde Stadt, gesundes Leben“

Bad Neuenahr-Ahrweiler will die Landesgartenschau : „Gesunde Stadt, gesundes Leben“

Bürger bringen bei einer Veranstaltung im Rathaus von Bad Neuenahr-Ahrweiler ihre Vorschläge ein. Die Bewerbungsfrist läuft am 31. März ab. Bitburg, Neuwied und Bad Kreuznach sind Mitbewerber.

„Das blühende Leben“, so lautet der Arbeitstitel der Bewerbung von Bad Neuenahr-Ahrweiler für die nächste Landesgartenschau. Diese soll 2022 stattfinden. Ihren Hut in den Ringen werfen neben der Kreisstadt Neuwied, Bitburg und Bad Kreuznach. Die Bewerbungsfrist läuft am 31. März ab.

„Ein enger Zeitrahmen“, sagte Bürgermeister Guido Orthen am Samstag beim Bürger-Workshop im Rathaus. Denn erst im Spätherbst hatte das Land mit der Terminierung den Weg für die Bewerbungen freigemacht, die vom kompletten Stadtrat als „Chance für Bad Neuenahr-Ahrweiler“ bewertet wird.

Der Rat hatte denn auch die BHG Plan GmbH aus Trier mit Christoph Heckel für die Konzeption mit ins Boot geholt. Und eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Stadt-Vize Detlev Koch ins Leben gerufen, zu der auch die Bad Neuenahrer Agentur Shapefruit um Frank Mies gehört. Rund 30 Bürger waren der Einladung zum Workshop gefolgt, um im Plenum Informationen zu hören und in Arbeitsgruppen Ideen zu entwickeln. Informationen aus erster Hand lieferten Heckel und Mies.

So soll die Ahr den zwischen Lenné-Park und Kloster Calvarienberg quasi den roten Faden der Landesgartenschau bilden. Mit dem Lenné-Park als „Willkommensgarten“, dem Kurpark als „Heilender Garten“ , dem Dahliengarten als „Garten der Genüsse“ , „Lern- und Entdeckergärten“ im Bereich des Joerres-Gymnasiums und der Kästner-Schule, einem „Garten für alle“ im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park, Sport, Spiel, Freizeit zwischen Ahrweiler Freibad und Ahrtorbrücke, „Klostergärten“ am Calvarienberg oder dem Wallgraben in Ahrweiler soll ein Band der Gärten entstehen. „Nicht als Eintagsfliege für ein halbes Jahr Gartenschau, sondern nachhaltig.“ Denn die Stadt soll durch eine Landesgartenschau, über deren Vergabe nach der Landtagswahl ein neues Kabinett zu entscheiden hat, eine Steigerung von Qualität und Bekanntheit erfahren. „Wir wollen ein Stück Strukturwandel gestalten“, brachte es Koch auf den Punkt.

Wobei er im Kontext zu den Meinungen der Bürger stand. Denn diese wollten „keine Blümchenschau“, obwohl dieses auch dazu gehört, sondern auch eine „Vermittlung von Liebe und Respekt zur Natur“. Eine Gartenschau dürfe kein „Deko-Stück“ sein, sondern müsse auch Zeugnis davon sein, „dass diese Stadt etwas bewegen kann. Schlagworte waren dabei dann auch neue Bahnhaltepunkte, Elektromobilität, die Fortführung des Radwegekonzeptes, Klima- und Naturschutz. Konkret gefordert wurde die Aufwertung und teilweise Aufforstung der Alleen der Stadt, denn „nur Spitzahorn ist langweilig“. Ganz konkret wurde auch eine umweltverträgliche und -freundliche Gestaltung von Parkplätzen angeregt. Und in einem waren sich Teilnehmer, Verwaltung und die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft einig: „Die Bürger sollen dauerhaft von der Landesgartenschau profitieren.“

Das will auch der Stadtrat, der in seiner Sitzung am Montag, 21. März, Konzept und Bewerbung abschließend beraten und dann auf den Weg nach Mainz bringen will. Dieses dann unter für die Landesgartenschau angestrebten Titel „Gesunde Stadt, gesundes Leben“. Denn die Arbeitsgruppe sieht die Stadt „als Organismus, den es gesund zu halten und weiter zu entwickeln gilt“. Die Chancen für die Kurstadt mit Tradition und Kompetenz stünden gut, nicht zuletzt durch die „Identifizierung der Bürger mit ihrer Stadt“.

Bei letzterem griff dann die Bürgerbeteiligung, die laut Orthen auch dazu diente, „dass das Ergebnis der Planungen nicht in irgendwelchen Spähren liegt“. Eine Landesgartenschau müsse anspruchsvoll sein, „aber das Ergebnis darf auch schön sein und den Menschen gefallen.“

Das sieht der Ahrweiler Blogger Karl-Josef Schumacher auch so. Seinen Wunsch, dass aus einer Landesgartenschau eine Herzensangelegenheit für die Bürger der Stadt wird, haben 123 Einwohner bereits durch ihre Unterschrift bei seiner privat initiierten Online-Petition unterstützt. Doch einen Wermutstropfen gab es beim Workshop dennoch. Obwohl über die Schulen alle Kinder und Jugendlichen der Stadt im Alter von zehn bis 17 Jahren eingeladen waren, blieben die Erwachsenen unter sich. Vielleicht lag's am Termin Samstagmorgen und dem verdienten Ausschlafen nach einer anstrengenden Schulwoche?

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