Gefährliche Ladung

Gefährliche Ladung

So gesehen

Für die Passagiere des Germanwings-Fluges Nummer 4U0357 endete die Reise aus London mit einer Farce der besonderen Art. In London-Stansted hatten sich die Sicherheitsleute alle Mühe gegeben, jede verdächtige Flasche mit Linsenreiniger, Babynahrung oder Limonade fachgerecht zu entsorgen. Aber sie konnten nicht mit dem perfiden Fantasiereichtum mancher Fluggäste rechnen.

Seit es nicht mehr gestattet ist, Flüssigkeiten ins Handgepäck zu nehmen, versuchen findige Fluggäste ihre Lieblingsgetränke, seltene Öle oder Desinfektionsmittel, die recht schwierig auf dem deutschen Markt zu bekommen sind, im Koffer in die Heimat zu schmuggeln.

Aber die unselige Kombination aus dem Wunsch, originelle englische Spezialitäten mitzubringen, und dem unsanften Umgang mit Reisegepäck am Flughafen Köln/Bonn, brachte sowohl die Flughafenverantwortlichen sowie die Reisenden in ermüdende Wartehaltung. Um 22.16 Uhr gelandet, liefen die Gepäckbänder 37 Minuten lang ohne die sehnsüchtig erwarteten Koffer und Taschen an den Flugpassagieren vorbei.

Bis ein Mitarbeiter der Bodencrew mitteilte, eine vermutlich hochexplosive Flüssigkeit sei ausgelaufen. Die Feuerwehr sei in Alarmbereitschaft und müsse die Maschine sichern. Der Gefahrgutbeauftragte war ebenfalls alarmiert. Schließlich wurde etwas von der merkwürdigen Substanz im Frachtraum sichergestellt.

Die Spezialisten von Bayer, so hieß es, müssten diese im Labor untersuchen. Endlich gegen ein Uhr kam die erlösende Nachricht: Bei dem vermeintlich gefährlichen Stoff handelte es sich um konzentrierten Traubensaft. Gott sei Dank, die Gefahrenabwehr hatte funktioniert.

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