Furcht vor Lärm, Staub und sozialem Abstieg

Furcht vor Lärm, Staub und sozialem Abstieg

Der Landschaftsschutzverein Kottenforst kritisiert den Entwurf des neuen Regionalplans

In einer detaillierten Stellungnahme gegenüber der Kölner Bezirksregierung setzt sich der Vorstand des Landschaftsschutzvereins Kottenforst (LSK) kritisch mit dem von der Bezirksregierung vorgelegten Entwurf eines neuen Regionalplans auseinander, der die Erweiterung der Kiesgrube in Flerzheim-Nord bis auf 500 Meter an den Ortsrand von Buschhoven vorsieht.

Dieser Vorschlag stehe in Widerspruch zu allen bisher zur Standortauswahl erstatteten geologischen Gutachten, die von trocken auskiesbaren Quarzkiesvorkommen nördlich von Weilerswist von mehreren hundert Millionen Tonnen ausgehen. Dagegen verbleibe bei einer Nassauskiesung südlich von Buschhoven auf den dafür verfügbaren neun Hektar nur ein Ertrag von 250 000 Tonnen. Die Bezirksregierung leite aus den unlängst im Auftrag der Kieswerke Rheinbach durchgeführten Probebohrungen nahe Buschhoven zwar bessere Ergebnisse her. Diese Behauptungen müssten aber wegen der großen Abweichungen zu früheren Ergebnissen von neutralen Fachleuten überprüft werden.

Weilerswist-Nord sei auch von der Qualität des Quarzkieses, dem Flächenverbrauch, der Grundwassersituation und vor allem der Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen her am besten geeignet. Die Ausdehnung des Kiesabbaugebiets bei Buschhoven um neun Hektar würde das wichtigste Naherholungsgebiet mit seinen schönen Ausblicken auf die Voreifel für Spaziergänger, Reiter und Jogger erheblich beeinträchtigen und überdies die Wohngrundstücke am Ortsrand erhöhter Lärm- und Staubbelästigung aussetzen. Ferner sei der Flächenverbrauch bei Buschhoven sechsmal größer als in Weilerswist, wodurch wertvolle landwirtschaftliche Ackerfläche vergeudet würde. Demgegenüber werde in Weilerswist trocken ausgekiest, was eine spätere Nutzung des Geländes, zum Beispiel durch Wiederaufforstung ermögliche.

Weitere Kritikpunkte in Bezug auf Flerzheim-Nord beziehen sich auf starke Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten für das Wild zwischen Kottenforst und Wehrbusch sowie auf die Gefahren für das Grundwasser, da die Offenlegung des Grundwassers zu dessen erhöhter Verschmutzung und Verdunstung führe. Die Wasserversorgung durch das Wasserwerk Heimerzheim werde dadurch beeinträchtigt.

"Buschhoven, das in der Vergangenheit viele Bürger wegen seiner landschaftlichen Reize angezogen hat, würde durch den erweiterten Kiesabbau zur Grubenrandsiedlung mit allen negativen Folgen wirtschaftlichen und sozialen Abstiegs. Diese Schäden wiegen weit schwerer als die Vorteile des Kiesabbaus für den Unternehmer", heißt es weiter in der Stellungnahme des LSK. Demgegenüber würde der Kiesabbau zwei Kilometer nördlich von Weilerswist nicht zu Beeinträchtigungen von Siedlungen führen. Deshalb hätten die Gemeinde Weilerswist und der Kreis Euskirchen auch keine Einwände gegen die Erweiterung der dortigen Kiesgrube.

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