Initiativen aus Rheinbach und Wormersdorf: Flüchtlingshelfer schlagen Alarm

Initiativen aus Rheinbach und Wormersdorf : Flüchtlingshelfer schlagen Alarm

Initiativen aus Rheinbach und Wormersdorf suchen dringend nach neuen Paten. Bislang haben sich 22 Paten gefunden. Diese würden aber nicht ausreichen

Manche Aufgaben im Leben fallen einem schier in den Schoss, andere kommen erst auf Nachfrage auf einen zu. Letzteres erlebte Hans Hermann Paape aus Wormersdorf. Der frühere Oberst im Generalstab des Bonner Verteidigungsministeriums richtete an Bürgermeister Stefan Raetz die Frage, bei wem denn die Fäden eines möglichen Flüchtlingshelferkreises in Wormersdorf zusammenlaufen - parallel zur Tätigkeit von Verena Weber im Flüchtlingshelferkreis Rheinbach.

Die Frage war kaum gestellt, berichtet Raetz, da sei die Antwort bereits klar gewesen, dass an den Fragensteller selbst die Frage weitergeleitet wird, ob er dieses Ehrenamt nicht ausüben möchte. Gesagt, getan. An einen Mangel an Arbeit können sich die Ehrenamtlichen der beiden Initiativen aus Rheinbach und Wormersdorf derzeit nicht klagen. Dringend gesucht werden vor allem Paten, die die Neuankömmlinge ein wenig an die Hand nehmen.

"Wir wollen den Flüchtlingen ein Angebot machen, sich früh zu integrieren", berichtet Verena Weber über die Intention der Rheinbacher Initiative. Erfreulich ist, dass der Flüchtlingshelferkreis in den vergangenen Monaten ansehnlich gewachsen ist. Waren im Mai noch 30 engagierte Bürger dabei, um Asylsuchende willkommen zu heißen, sind es derzeit bereits 85. Fuß gefasst in Rheinbach hat auch die Idee, Flüchtlingsfamilien einen Paten an die Hand zu geben.

22 Paten bei 401 Flüchtlingen

Bislang haben sich 22 Paten gefunden - doch dies reiche beileibe nicht aus, schildert Weber angesichts der nicht nachlassenden neuen Zuteilungen. 401 Flüchtlinge bringt die Glasstadt momentan unter. Während der Bürgerinformation zur Flüchtlingssituation hatte Raetz den beiden Flüchtlingshelferkreisen sowie allen unterstützenden Vereinen für ihr Engagement gedankt.

Helfer wie Paten wollen den Neuankömmlingen eine "erste Orientierung" bieten, schildert Weber. Seit März ist etwa das "Café International" jeden Montag von 10 bis 12 Uhr im "Live" Sankt Martin geöffnet, um niederschwellig ins Gespräch zu kommen. Außerdem stehen die Helfer den Asylsuchenden auch bei Schulanmeldungen zur Seite, bei Behördengängen oder Einkäufen. "Wichtig ist uns die Aktivierung der Flüchtlinge", findet Weber, um gar nicht erst Langeweile aufkommen zu lassen.

Das meint auch Paape. "Wir bemühen uns, die Flüchtlinge in Wormersdorf einzubeziehen", berichtet er. Die Unterstützung der Vereine nennt er "vorbildlich". 35 Frauen und Männer sind im Wormersdorfer Flüchtlingshelferkreis aktiv, um 74 Menschen, darunter 38 Kinder zu betreuen. "Die Flüchtlinge selbst packen mit an, wo sie können - etwa beim Martinsmarkt vor wenigen Tagen." Ausdruck der Willkommenskultur sei etwa die Einladung zum Brunch, den die Wormersdorfer einmal im Monat nach der Sonntagsmesse organisieren. Paape hofft, dass das positive Miteinander Bestand hat: "Wir müssen einen langen Atem haben", mahnt er. "Ich sehe eine unaufgeregte Stimmung in der Stadt", berichtet Verena Weber. "Und ich hoffe, dass es so bleibt."

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