Etwas Geheimnisvolles liegt im Blick

Etwas Geheimnisvolles liegt im Blick

Bildhauerin Rosi Röhm zeigt gefühlvoll gestaltete Frauen-Skulpturen im Haus Bachem

KÖNIGSWINTER. Die drei Damen haben etwas zu verbergen: Eng stehen sie beisammen, sprechen miteinander, die Nasen hoch, mit spitzem Mund und verstohlenem Seitenblick - aber mit einem sichtlichen Vergnügen in den Augen. "Gerüchteküche" lautet der Name dieses Werkes aus Ton, das mit Geschick und dank genauer Beobachtungsgabe gefertigt wurde. Es ist eine von 25 sehenswerten Einzel- und Gruppenskulpturen der Künstlerin Rosi Röhm.

Beinahe 40 Jahre nach ihrem Fortzug aus dem Siebengebirge hatte die gebürtige Königswinterin den Wunsch, mit ihrer Kunst in die Heimat zurückzukehren. Aus familiären Gründen hält sich die mittlerweile in Hessen wohnende 59-Jährige oft am Fuße des Drachenfels' auf. "Dabei habe ich das Haus Bachem gesehen und mir gedacht: Dort willst du mal ausstellen", sagte die Künstlerin bei der Vernissage ebenda am Donnerstagabend.

Mitgebracht hat sie für ihre Ausstellung Darstellungen von Frauen: Büsten, ein Torso und die flüsternden Damen. Gemeinsam haben die Werke etwas Geheimnisvolles, das dem Blick der Frauen innewohnt. Rosi Röhm gelingt es, die stillen Töne zu treffen. Aus halb gesenkten Augen der Frauen sprechen Verträumtheit, ein Anflug von Depression, eine Spur Zynismus oder die fast verborgene Freude an der üblen Nachrede.

Erlernt hat die Mutter von drei Kindern diese Kunst in den vergangenen zehn Jahren. Peter Rübsam aus Düsseldorf diente ihr dabei nicht nur als Lehrmeister und Mentor, sondern lieferte bei der Vernissage mit seinem Akkordeon auch die musikalische Untermalung. Die Begrüßung der Gäste übernahm Bürgermeister Peter Wirtz, und Journalist Michael Jungblut führte humorvoll in das Werk seiner Freundin ein.

Die Skulpturen von Rosi Röhm aus Ton, Bronze und Stein sind noch bis Donnerstag, 9. Dezember, im Haus Bachem, zu sehen.