Helmut-Gies-Bürgerzentrum: Empfang zur 200-Jahr-Feier mit 500 Gästen

Helmut-Gies-Bürgerzentrum : Empfang zur 200-Jahr-Feier mit 500 Gästen

500 Gäste feierten bei einem Empfang im Helmut-Gies-Bürgerzentrum den 200. Geburtstag des Kreises Ahrweilers.

Was hat Hollywoodstar Johnny Depp als Captain Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ mit dem Kreis Ahrweiler zu tun? Viel, denn der aus Bad Bodendorf stammende Komponist Klaus Badelt hat den Soundtrack für den erfolgreichen Kinofilm geschrieben. Daher wunderte die 500 Festgäste auch nicht, dass das Orchester des Erich-Klausener-Gymnasiums Adenau unter der Leitung von Ilse und Stefan Schleich mit der Filmmusik beim Festempfang „Wir sind AW“ im Helmut-Gies-Bürgerzentrum gleich zu Beginn auftrumpfte.

Es sind die besonderen Menschen, die berühmten Persönlichkeiten wie Rudolf Caracciola oder Rudi Altig, die den 200 Jahre alten Kreis ausmachen; aber auch die „Normalos“, die unendlich vielen Ehrenamtlichen, ohne die das funktionierende Gemeinwohl nicht auf soliden Füßen stünde. „So bunt wie der Kreis, so lebendig und vielfältig ist auch dieses Festwochenende“, leitete Moderatorin Julia Bertram, Deutsche Weinkönigin 2012/13, gleich über, um neugierig auf die Erlebnismeile zu machen.

Während hinter Orchester und Streichquartett, die mit „Lord of the Dance“, Adeles' „Rolling in the deep“ oder „Mission impossible“ ihre Vielfalt unterstrichen, historische Fotos von Altenahr bis zur Insel Nonnenwerth auf der Leinwand abliefen, war es an Landrat Jürgen Pföhler, die Festansprache zu halten.

„Wir feiern, um zu erinnern, woher wir kommen und um mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken. Wir präsentieren aber auch mit diesem Jubiläumswochenende die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des Kreises. Und wir feiern, um uns bewusst zu machen, in welch schöner Heimat wir leben. Das ist für viele Millionen Menschen gerade in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.“

Neben der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil und den drei Landtagsabgeordneten Eveline Lemke, Guido Ernst und Host Gies feierten zwei seiner Amtsvorgänger mit: Christoph Stollenwerk und Egon Plümer. Den Rhein-Sieg-Kreis vertrat am Samstagabend die Erste Stellvertretende Landrätin Notburga Kunert und Gabriele Klingmüller als Bürgermeisterin der Bundesstadt Bonn. Die weiteste Anreise hatte Henz-Ulrich Thiele aus dem Partner-Landkreis „Kyffhäuserkreis“.

Im historischen Abriss vergaß Pföhler nicht, auf die Gründung der Spielbank Bad Neuenahr und auf die Entscheidung des Bundestages 1949 für Bonn als Hauptstadt hinzuweisen: „Zu dieser Zeit hatten viele Botschaften wie Frankreich, Japan, die Türkei oder die Ukraine ihren Sitz im Kreis.“ Er ging auch auf den Kraftakt ein, den der Berlin/Bonn-Beschluss erforderte, der die Region aber auch im Schulterschluss eng zusammenrücken ließ.

Mit launigen Worten hielt dann Achim Haag als Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler im Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz sein Grußwort. „Schon die Griechen haben gesagt 'Wer sich nicht engagiert ist ein sehr schlechter Mensch'. Ein 'idiotis' ist übersetzt ein 'Privatmensch'. Die 200 Jahre sind nichts im Vergleich zu der addierten Zeit, die Menschen in Ortsbeiräten, im Kreistag oder in Gemeinderäten verbracht haben, um Entscheidungen fürs Gemeinwohl zu treffen. Auch dafür gilt es Danke zu sagen, denn diese Menschen tragen den Kreis.“

Da der Onkel, der was mitbringt, besser ist, als die Tante, die Klavier spielt, überreichte Haag im Beisein aller Bürgermeister eine Fotocollage von Hans-Jürgen Vollrath mit 16 Motiven aus und den Wappen der acht Kommunen.

Mit dem Jubiläumswein als Geschenk verließ dann Comedian Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser die Bühne des Bürgerzentrums, die er von einer Damensitzung kannte: „800 Frauen auf einem Haufen, da lernt man Angst kennen.“ Seine Performance war ein Plädoyer für Humor: „Den braucht dieses Land und er ist kein genetischer Defekt.“

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