Geschichte und Fakten: Eine Broschüre zum Ahrwein

Geschichte und Fakten : Eine Broschüre zum Ahrwein

Auf 80 Seiten haben Paul Gieler, Jürgen Haffke und Gerhard Kreuter alles Wissenswerte über die Geschichte des Ahrweins zusammengestellt. Nun wurde die Broschüre der Öffentlichkeit präsentiert.

„Erstmals wird nun die Geschichte des Ahrweinbaus geschlossen dargestellt“, machte Mitautor Jürgen Haffke bei der Vorstellung in der Trinkhalle des Bad Neuenahrer Kurparks klar. Hierzu haben die drei Autoren eine Fülle von Material gesichtet, es hätte auch ein umfassendes und entsprechend dickes und schweres Werk werden können. Aber genau das wollte man nicht. Ziel war es eher, jungen Forschern und Interessenten des Ahrweins und den damit verbundenen Themen ein übersichtliches Nachschlagewerk zu geben. Ein Heft, das in jede Tasche passt.

Entstanden ist mit „Ahrwein“ auch die Zusammenfassung zahlreicher Dissertationen und Veröffentlichungen, die sich seit dem Jahr 1844 mit dem Thema befassten. Mit dem geschichtlichen Abriss bis hin zu einem gewagten Blick in die Zukunft beschäftigten sich Gieler und Haffke. Das fing 1844 mit einem handfesten Skandal an, nämlich der Veröffentlichung von Weinpanschereien an der Ahr. Die Ergebnisse von rund einem Dutzend früherer Werke haben die Autoren in das neue Büchlein miteinfließen lassen.

Zumindest den Publikationen bis Mitte des 20. Jahrhunderts war eines gemeinsam: Sie sprachen immer wieder von teils katastrophalen Bedingungen, unter denen die Ahrwinzer ihren Tätigkeiten nachgingen, berichtete Jürgen Haffke. Erst Ende der 1950er Jahre besserte sich die Situation mit der ersten Flurbereinigung in den Bereichen Ehlingen und Heimersheim. Das Buch sei auch eine Geschichte der verschiedenen Stufen der Flurbereinigung, die zunächst radikal verlief, später und ahraufwärts dann aber immer sanfter wurde.

Auch das Thema „Wein und Gesundheit“, dem sich Gerhard Kreuter widmete, hat eine Wandlung durchlaufen, angefangen von dem dringenden früheren Rat an die Kurgäste, sich bloß nicht in Richtung Mittelahr zu begeben, hin zu den gesundheitsfördernden Auswirkungen moderaten Weingenusses heute. Im dritten großen Kapitel beschäftigen sich Gieler und Kreuter mit dem seit dem Jahr 2009 in loser Folge veranstalteten Gesprächskreise Ahrwein. Mehr als 50 dieser Veranstaltungen gab es bislang, allesamt im Ehrenamt organisiert, durchgeführt und nachbereitet. Das Buch „Ahrwein“ ist in allen Buchhandlungen an der Ahr bis hin zu den Rheinstädten Remagen und Sinzig zu erhalten.

Und es hat einen äußerst positiven Nebeneffekt: Herausgeber ist der Hospiz-Verein Rhein-Ahr, dem der komplette Umsatz aus dem Verkaufspreis von 8,95 Euro zugutekommt. Denn die Autoren gaben Zeit und Arbeit ebenso kostenlos her wie Layouter Hans-Albert Jahn. Die Produktion geschah zum Sonderpreis und wurde von vier Sponsoren übernommen: dem Heimatverein Alt-Ahrweiler, dem Ahrwein e.V., der Kreissparkasse und der Volksbank.

Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny sprach allen Mitwirkenden ihren Dank aus, trägt der Umsatz doch zu den rund 130 000 Euro bei, die der Verein jährlich zur Deckung seiner Kosten aufbringen muss.

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