Bezirksversammlung in Ahrweiler: Eifelverein beklagt Vandalismus an Hauptwanderwegen

Bezirksversammlung in Ahrweiler : Eifelverein beklagt Vandalismus an Hauptwanderwegen

Regelmäßig entfernen Unbekannte Markierungen an den Hauptwanderwegen im Bezirk Ahrweiler. Der Ersatz dieser individuell angefertigten Schilder kostet den Eifelverein viel Geld.

Große und kleine Probleme, neue Möglichkeiten für Wanderer und eine Ehrung standen auf der Agenda der Bezirksversammlung des Eifelvereins im Bezirk Ahrweiler, zu der Landrat Jürgen Pföhler als Vorsitzender Vertreter der Ortsgruppen des Ahrkreises begrüßte. Was den Vereinen im Bezirk derzeit Sorgen, auf alle Fälle aber Arbeit, bereitet, erläuterte Bezirkswegewart Werner Schäfer. So seien jüngst alle Hauptwanderwege im Bezirk neu markiert worden, immer wieder aber würden Markierungen mutwillig entfernt. Weil jedes dieser Schilder einzeln angefertigt werden müsse, koste dieser Vandalismus den Eifelverein alljährlich viel Geld.

Viel Arbeit hat man im Bezirk zudem damit, dass aktuell die Wanderkarte „Ahr“ neu aufgelegt werden muss. Eigentlich sollte sie Ende des vergangenen Jahres fertig sein, jetzt hofft Schäfer auf ein Erscheinen im ersten Halbjahr 2019. In der Wanderkarte sind neben den gut gepflegten Wanderwegen des Eifelvereins auch kommunale Wanderwege eingezeichnet. Diese aber müssen immer wieder begutachtet werden, die Pflege lässt oft genug zu wünschen übrig. So berichtete Schäfer von einem eingetragenen Wanderweg in der Grafschaft, wo sich die Ortsgruppe des Eifelvereins aufgelöst hat und sich der Verein damit nicht im gebotenen Maß um die Wege kümmern kann. „Dort ist ein kommunaler Wanderweg eingetragen, bei dessen Begutachtung festgestellt wurde, dass da heute die Haribo-Zentrale drauf steht“, zitierte Schäfer Hauptwegewart Robert Eckert. Festgestellt wurde dies erst, als Eckert persönlich den Weg überprüfen wollte. Schwierigkeiten erwarte man zudem im Jahr 2022, wenn die Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Vielzahl von Wanderwegen entlang der Ahr blockiere, weil das Gartenschaugelände eingezäunt werde. Von den Organisatoren erwartet man die Kennzeichnung von Umleitungen.

Ein anderes Problem sieht Naturschutzwart Winfried Schneider. Die Trockenheit des jüngsten Sommers habe dem Wald massiv zugesetzt. Die derzeitigen Regenfälle würden bei weitem noch nicht ausreichen, die Wasserreserven der Bäume wieder zu füllen. „So kann der Borkenkäfer im Frühjahr für den Wald zu einem ernsthaften Problem werden“, warnte Schneider. Den Vertretern der Ortsgruppen wurden aber auch neue Möglichkeiten präsentiert. So stellte Maike Gausmann-Vollrath aus dem Sinziger Rathaus zwei neue Rundwanderwege um Sinzig, die unter dem Namen „Barbarossaschleifen“ stehen, vor. Sie erfassen vom Sinziger Schloss aus startend alle Vororte der Barbarossastadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und sind leicht zu erwandern. Auf den 14,7 und 18 Kilometer langen Wegen sind jeweils rund 200 Höhenmeter zu überwinden, geübte Wanderer können auch beide Wege an einem Tag laufen. Dass der Weg den Feltenturm und die Cäciliahütte nicht direkt passiere, wurde von den Vereinsvertretern bemängelt. Dies aber sei der Tatsache, dass man alle Stadtteile erreichen wolle, geschuldet, so Gausmann-Vollrath. Zudem stellte Bärbel Demuth die touristisch interessanten neuen Buslinien aus dem ÖPNV-Konzept des Kreises vor, das seit Juli 2018 in weiten Teilen des Kreises Ahrweiler umgesetzt wird. Besonders für Wanderer interessant seien beispielsweise die Linie 810 als Vulkanpark-Linie, die den Riedener Waldsee passierende Linie 820 oder der Expressbus von Ringen zum Bahnhof Meckenheim (Linie 848). Auch die Radbuslinien durchs Nettetal (Linie 821) und die Radbusverbindung von der Ahr zur Vordereifel (Linie 844) böten Radwanderern viele Möglichkeiten. Nachtschwärmern stehe zudem vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen mit der Linie 829 eine Möglichkeit bereit, nach Betriebsschluss der Ahrtalbahn noch auf der Strecke von Sinzig nach Ahrbrück zu fahren.

Begonnen hatte die Bezirksversammlung mit einer Ehrung. Landrat Pföhler hob dabei das besondere Engagement von Christel Holzem hervor, die seit nunmehr 17 Jahre die Kasse der Ortsgruppe Antweiler führt. Ihr verlieh der Landrat die grüne Verdienstnadel des Eifelvereins.

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