Standortsuche: Die Stadt plant ein neues Hallenbad

Standortsuche : Die Stadt plant ein neues Hallenbad

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist auf Standortsuche für ein neues Freizeitbad. Bekanntlich soll das stark sanierungsbedürftige Twin zwischen Lennépark und östlicher Mittelstraße nicht weiter betrieben werden.

Einen Neubau können sich Verwaltung und Ratsmitglieder am Ahrstadion in Ahrweiler, in Kombination mit dem dortigen Freibad, am Apollinarisstadion oder auch an der Erich-Kästner-Realschule am Schulzentrum Bachem vorstellen, wobei diese Variante zurückgestellt wurde, da ein Hallenbadneubau den Bestand der vorhandenen Schulsport- und Freizeitanlagen gefährden könnte. Nicht zur Debatte steht mehr eine Anbindung an die Ahr-Thermen.

Zumindest also die "Zirkuswiese" am Stadion und ein Standort am Ahrweiler Freibad sollen nun näher untersucht werden. Erstmalige soll es eine internetbasierende Bürger-, Kinder- und Jugendbeteiligung geben. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei Land und Kreis Zuschussanträge zu stellen. Klar ist: Ohne Finanzmittel vom Land, das sich selbst eine Schuldenbremse auferlegt hat, wird der Bau eines neuen Hallenbades illusorisch sein.

Intensiv beschäftigte sich der Stadtrat gestern Abend mit der Hallenbadneubaufrage, die zuvor bereits im Sport- sowie im Hauptausschuss beraten worden war. Schnell kristallisierte sich heraus, dass im Grunde genommen nur zwei Areale in Frage kommen, nämlich die als "Zirkuswiese" bekannte Fläche in unmittelbarer Nähe des Apollinarisstadions und das Ahrstadion in Ahrweiler, das eine Verknüpfung mit dem allerdings privat verpachteten Freibad zuließe.

Dort könnte somit ein ganzjährig nutzbares Hallen- und Freibad entstehen. Problem: Das vorhandene Freibad ist von der Stadt an einen privaten Betreiber verpachtet. Der Vertrag läuft noch bis zum 31. März 2023. Nur in Kombination von Freibad und neuem Hallenbad ließe sich jedoch das Vorhaben sinnvoll darstellen.

Beim Grundstück am Apollinarisstadion hingegen könnten sich möglicherweise andere Probleme ergeben: Die Fläche zwischen Kreuzstraße, Parkplatz, Tennishalle und Hunde-/Zirkuswiese müsste nach Informationen des General-Anzeigers auf Vorbelastungen untersucht werden. Angeblich soll sich auf dem Gelände einst eine Mülldeponie befunden haben.

Das neue Bad soll nach dem Willen der Stadt über "ein 25-Meter-Sportbecken, ein Lehrschwimmbecken und einen Kleinkinderbereich verfügen". Auf eine Sprunganlage, ein Freibadbecken und einen Saunabereich soll künftig verzichtet werden.

Um das neue Schwimmbad in der Kreisstadt überhaupt finanzieren zu können, muss das Grundstück an der Mittelstraße, an dem sich das Twin befindet, zu einem hohen Baulandpreis verkauft werden. Der Erlös würde in die Badfinanzierung fließen. Allerdings müsste das Bad zuvor abgerissen werden, was mit hohen Kosten verbunden sein dürfte.

Das Freizeitbad Twin wurde im Jahre 2012 von knapp 100.000 Nutzern besucht, im Jahr zuvor waren es 133.000.

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