Kloster Maria Hilf in Bornheim: Die Kapelle wird zur Bühne

Kloster Maria Hilf in Bornheim : Die Kapelle wird zur Bühne

Gerhard Fehn und Cécile Kott haben große Pläne für das "Theater im Kloster". Da, wo jetzt noch der entweihte Altar steht, klobig und schwer, spielen sich demnächst Dramen ab - und Komödien und Musicals und Kinderstücke und was Gerhard Fehn und seine Frau Cécile Kott sich sonst noch so einfallen lassen.

"Mein Ziel wäre, dass die Künstler sagen: 'Ich will hier gerne auftreten'", sagt der Schauspieler und Regisseur Fehn.

Jetzt steckt das Projekt "Theater im Kloster" noch in den Kinderschuhen. Die Kapelle im Kloster Maria Hilf an der Secundastraße in Bornheim ist schon gemietet, Bühne, Beleuchtung und Bestuhlung fehlen aber noch.

Dieser Zustand soll sich möglichst schnell ändern. Deshalb haben Fehn und Kott jetzt gemeinsam mit Freunden den Verein "Theater im Kloster" ins Leben gerufen. Er soll für die nötige finanzielle Unterstützung, etwa durch Sponsoren oder Spendenaktionen, sorgen.

Hubert Buschmann ist Vorsitzender des Vereins, Gerhard Fehn wurde bei der Gründungsversammlung zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Mit im Boot ist auch Martina Uzun (Kassenwartin) und Cécile Kott ist Schriftführerin.

Lange hatten Fehn und seine Frau einen geeigneten Raum für ihr Theater gesucht. Ein Brief an Bürgermeister Wolfgang Henseler hatte ihnen schließlich den entscheidenden Kontakt zum Kloster vermittelt.

Einen großen Saal hat das Theater zwar nicht zu bieten - maximal 90, mit der Empore 120 Zuschauer, passen in die Kapelle - doch schon jetzt hat Fehn die Zusage von Jens Streifling, in Bornheim lebendes Mitglied der Band "Die Höhner", der sich bereit erklärt hat, mit Freunden im Mai ein Konzert zugunsten des neuen Theatervereins zu geben.

Und auch Günter Lamprecht wird im alten Kloster auftreten: "Geplant sind drei Lesungen." Vorgetragen werden Texte von Heinrich Böll und aus Fassbinders Meisterwerk "Berlin Alexanderplatz", mit dem der Schauspieler bekannt wurde.

Ein kleines Ensemble soll regelmäßig Stücke aufführen, jeweils "mit festen Laiendarstellern und Profis als Gäste". Die erste Theateraufführung ist für Ende Juni geplant. Das Stück handelt auch vom Kloster selbst, als es noch eine "Aufbewahrungsanstalt" für Kinder war, und wird von den Kindern und Erwachsenen der Theaterschule im Kloster, die Cécile Kott leitet, aufgeführt.

Derzeit lernen dort zwölf Kinder und fünf Erwachsene einmal wöchentlich, wie man seine Stimme schult, in eine Rolle schlüpft oder improvisiert. "Dabei kommt man sich auch immer selbst ein Stück näher, denn der Unterricht ist ganzheitlich", erläutert Fehn.

Neben dem Theaterspielen geht es auch um die Kostüme, das Bühnenbild, und darum, die Geschichte mit zu entwickeln. Geschrieben wird das Stück zwar von Cécile Kott, aber die Erfahrungen, die die Kinder machen - beispielsweise in Gesprächen mit Menschen, die die alten Zeiten des Klosters noch erlebt haben - fließen mit ins Stück ein.

Erste Eigenproduktion für Erwachsene soll das Musical "Non(n)sens" sein, in der es auch wieder um ein Kloster geht. "Dafür bekommen wir Schauspiel-Studenten von der Alanus Hochschule, die mit zwei Profis - das sind meine Frau und Tanja Haller - gemeinsam spielen." Die Musik kommt von Studenten der Musikhochschule Köln, ein musikalischer Leiter wird noch gesucht.

Fehn hat viele Ideen. Gastensembles sollen regelmäßig im Kloster auftreten. "Zum Beispiel gibt es eine Gruppe, die als Comedian Harmonists auftritt." Für die Älteren könnte es einen Abend mit Liedern und Sagen vom Rhein geben, für die Jungen Poetry-Slams, bei denen improvisierte Lyrik in kreativer Form präsentiert wird.

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