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Verbundschule Heimerzheim: Die Fusion ist wohl vom Tisch

Verbundschule Heimerzheim : Die Fusion ist wohl vom Tisch

Eine Fusion oder Kooperation mit der im Aufbau befindlichen Sekundarschule in Bornheim-Merten, wie sie von der Bezirksregierung Ende 2011 aufgrund von prognostizierten rückläufigen Schülerzahlen vorgeschlagen worden war und die die Heimerzheimer Schule wohl die Eigenständigkeit gekostet hätte, ist höchstwahrscheinlich vom Tisch.

Bester Laune war Angelika Polifka am Samstag beim Schulfest in ihrer Verbundschule. Erstens freute sich die Schulleiterin über die zahlreichen gelungenen Projektpräsentationen ihrer 530 Schüler. Noch mehr freute sie sich aber über eine Mitteilung des nordrhein-westfälischen Schulministeriums an die Bezirksregierung in Detmold bezüglich der "Änderung von Schulen im organisatorischen Zusammenschluss", das ihr der Personalrat der Bezirksregierung Köln vor einigen Tagen weitergeleitet hatte.

Konsequenz aus der Mitteilung aus Düsseldorf, deren Inhalt auch für die Heimerzheimer Verbundschule gültig ist: Eine Fusion oder Kooperation mit der im Aufbau befindlichen Sekundarschule in Bornheim-Merten, wie sie von der Bezirksregierung Ende 2011 aufgrund von prognostizierten rückläufigen Schülerzahlen vorgeschlagen worden war und die die Heimerzheimer Schule wohl die Eigenständigkeit gekostet hätte, ist höchstwahrscheinlich vom Tisch.

Die Verbundschule (Hauptschulzweig und Realschulzweig) kann in eine Sekundarschule (Haupt- und Realschüler werden gemeinsam unterrichtet, Kooperation mit einem Gymnasium) umgewandelt werden, wenn dies der Schulträger, also die Gemeinde Swisttal, beschließt, und wenn sich mindestens 60 Schüler, auch aus anderen Kommunen, zum fünften Schuljahr anmelden.

Das Schulministerium verweist in seinem Schreiben auf Paragraf 81 des NRW-Schulgesetzes, in dem auch die Änderung von Verbundschulen geregelt ist. Einzige Voraussetzung für eine Umwandlung in eine Sekundarschule sei neben dem Ratsbeschluss das Einhalten einer Mindestgröße bezüglich der Stärke der Eingangsklassen.

Diese Mindestgröße liege bei 20 Schülern pro Eingangsklasse, bei der erforderlichen Dreizügigkeit also bei insgesamt 60 Schülern. In dem Schreiben heißt es weiter, Verbundschulen müssten bei der Überleitung in Sekundarschulen nicht deren Einrichtungsgröße von 75 Schülern nachweisen, sondern nur deren Fortführungsgröße von 60 Schülern.

Sollte unter den genannten Bedingungen in Heimerzheim eine Sekundarschule zustande kommen, bleiben auch die Lehrer an der Schule und in ihrer Laufbahn. Versetzungen sind laut Mitteilung des Ministeriums nicht erforderlich. Das gilt auch für die Schulleitung. Mit der Zeit müssen allerdings Lehrkräfte hinzukommen, die über eine Gymnasial- oder Gesamtschulbefähigung verfügen.

Verständlich, dass Angelika Polifka angesichts dieses Schreibens die Zukunft ihrer Schule nun sehr optimistisch einschätzt. Die Verunsicherung im 44 Lehrer und 20 Ganztageskräfte umfassenden Kollegium gehört nun der Vergangenheit an. Die Schulleiterin sagt: "Eine Fusion mit Merten wäre pädagogisch nicht und organisatorisch nur schwer umsetzbar gewesen.

Die jetzige Entwicklung ist nachvollziehbar und logisch, denn wir haben die Erfahrung für eine Umwandlung in eine Sekundarschule. Schließlich arbeiten wir hier seit sechs Jahren sehr erfolgreich als Verbundschule und haben bei Qualitätsanalysen hervorragend abgeschnitten. Mein Wunsch wäre es, vorbehaltlich des Ratsbeschlusses, dass wir zum Schuljahr 2013/14 mit der Sekundarschule starten können."

Die Swisttaler Schulausschussvorsitzende Brigitte Donie (CDU) denkt in die gleiche Richtung. Das Thema werde noch vor den Sommerferien im Schulausschuss im Zusammenhang mit dem Schulentwicklungsplan behandelt. Eine Kooperation mit Merten sei vorerst vom Tisch, die Heimerzheimer Schule sei auch alleine personell und konzeptionell gut aufgestellt. Donie: "Ich bin sehr optimistisch. Wenn wir 60 Anmeldungen bekommen, gründen wir zum Schuljahr 2013/14 unsere eigene Sekundarschule."