Radtour in der Region: Die Burgen entlang der idyllischen Swist entdecken

Radtour in der Region : Die Burgen entlang der idyllischen Swist entdecken

"Na, wo wollense hin?", fragt die Spaziergängerin in Richtung des Reporterduos, das vor Burg Kriegshoven in Heimerzheim noch einmal die vorbereitete Route durchgeht - nur zur Sicherheit. Aber die nette Nachfrage freut einen natürlich. Ein kurzer Plausch, und schon beginnt die Tour entlang der fünf Wasserburgen.

Der Startpunkt ist eben Burg Kriegshoven mit seiner prachtvollen Kastanienallee. Den Innenhof selbst darf man nicht betreten. "Privat. Kein Zutritt!", steht es am Eingang. Also bleibt nur der Blick von außen. Auf die Burg selbst. Auf den Wassergraben. Und auf die umgebenden Gärten.

Das war es auch schon. Die Tour nimmt ihren Anfang. Hinter der Brücke auf der Kastanienallee geht es scharf links ab, und dann immer entlang der Swist. Zu Beginn ist der mit 43,6 Kilometern längste Bach Europas kaum zu erkennen, wucherndes Gras und Gestrüpp ragen über das Wasser. Spaziergänger, Radfahrer und Walker sind ständige Begleiter, ein freundliches "Guten Tag" sollte man schon über die Lippen bringen.

Aber groß Zeit für lange Gespräche bleibt nicht, denn bereits knapp drei Kilometer weiter wartet Burg Heimerzheim. Dazu orientiert man sich in Heimerzheim selbst einfach weiter an der Swist, überquert die Kölner Straße und steuert dann geradewegs am riesigen Parkplatz vorbei auf die Burg aus dem Mittelalter zu.

Bevor man allerdings den Innenhof betritt, lohnt eine Runde um die Burg herum. Rechter Hand sieht man den neu errichteten Burgpavillon, in dem wie in der Burg selbst Hochzeiten möglich sind - etwas Kleingeld ist dafür aber durchaus hilfreich. Die Burg selbst ist seit sechs Generationen im Familienbesitz der Freiherrn von Boeselager.

Zurück im Sattel führt die Route rechts an der Burg vorbei. Wie zuvor gilt: Die Swist reicht als Orientierung vollkommen. Nach einigen Kilometern wird es dann weniger idyllisch: Die RSAG-Entsorgungsanlage Swisttal ist Teil der Strecke. Autos mit Anhängern und Lkw sind hier keine Seltenheit.

Nur wenige hundert Meter später passiert man den historischen Swistbach-Übergang Lützermiel, eine Hinweistafel liefert Informationen darüber. Und eine alte Holzhütte bietet die Möglichkeit, sich ein bisschen zu stärken. Danach geht es geradeaus über die Bonner Straße (B56), einige hundert Meter später führt die Tour über eine kleine Brücke an der das Schild steht: "Miel, 1,7 Kilometer."

Obwohl geradeaus Morenhoven schon zu sehen ist, lohnt sich das Verlassen der Swist und der kurze Abstecher nach Miel - und zwar wegen Schloss Miel. Ein kurzes Stück nach der Brückenüberquerung folgt die Abbiegung nach rechts auf die K 52 (Heidgesweg) in Richtung Miel, vorbei am Margaretenhof und dem Modellflugplatz Swisttal. Der Verkehr hält sich in Grenzen.

Am Ende der K 52 geht es kurz nach links und direkt wieder rechts - und schon sieht man die Driving Range des Golf-Clubs von Schloss Miel. Fahrrad fahren ist hier verboten, also heißt es absteigen und sich von hinten durch die Gärten dem barocken Schloss zu nähern.

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Der Anblick ist auf diesem Weg schöner, als wenn man den üblichen Hautpeingang wählen würde. Und zudem sieht man den perfekt geschnittenen Rasen. Very british. Wie auf der Burg Heimerzheim sind auch auf Schloss Miel Hochzeiten möglich - und eine Einkehr für Radfahrer ins Hof-Restaurant, wo tagsüber auch viele Golfer zu Gast sind.

Nun geht es retour, zurück auf die Wasserburgenroute entlang der Swist. Zu diesem Zweck führt die Fahrt wieder über die K 52 vorbei am Margaretenhof und dann links in Richtung der bereits zuvor überquerten Brücke. Nach der Rechts-Abbiegung hinter der Brücke ist Morenhoven schon zu sehen. Einige beschwingte Tritte in die Pedale und man erreicht die querende L 493. Es geht nach links, dem Straßenverlauf immer folgend. Am Straßenende biegt man nach rechts auf die L 163 ab, nach einigen Metern ist rechter Hand schon Burg Morenhoven zu sehen. Die Burg ist in Privatbesitz, das Betreten also verboten ("Ab hier absolut privat").

Burg Nummer vier ist abgehakt, die Schlussetappe folgt. Dazu radelt man zurück an die Swist und von dort bis nach Flerzheim - etwas mehr als drei Kilometer. Auch Spaziergänger mit Hunden sind unterwegs. "Für die Hunde ist das schön mit dem Bach, sie gehen oft zur Abkühlung ins Wasser", sagt eine Flerzheimerin, während Simba und Django um sie herumtollen.

In Flerzheim ist die Swist in ein Betonfundament eingebettet, so soll dem Hochwasser Einhalt geboten werden. Dann biegt man nach links auf den Fliesweg, fährt einige Hundert Meter - Achtung vor dem Blitzer - und dann nach rechts auf den Flerzheimer Weg. Kurz darauf liegt rechts Burg Lüftelberg, die in Privatbesitz ist. Unbefugten ist der Zutritt verboten. Nach gut zweieinhalb Stunden endet die Tour dort - und die Beine sind auch noch dran.

Leichtes Profil, gute Wege

  • Ausgangspunkt: Als guter Start bietet sich der Parkplatz des Rewe-Marktes am Kreisel Kölner Straße, L 163, in Heimerzheim an.
  • Strecke: Die Strecke hat eine Länge von etwa 17,5 Kilometern. Von etwas älteren Asphaltwegen bis hin zu sehr guten Schotterwegen ist alles dabei. Alles in allem bereitet die Beschaffenheit der Wege keinerlei Probleme.
  • Profil: Es gibt kaum Steigungen oder Gefälle. Übermäßige Anstrengungen sind also nicht zu erwarten.
  • Dauer: Wenn man sich Zeit nimmt, an jeder Burg beziehungsweise Schloss ein wenig verweilt, benötigt man etwa zweieinhalb Stunden für eine Strecke (großzügig gerechnet). Sie ist aber auch problemlos um einiges schneller zu schaffen. Der Rückweg zum Auto sollte entsprechend rascher gehen, weil man die Burgen ja bereits auf dem Hinweg gesehen hat.
  • Weitere Infos: www.schlossmiel.de, www.die-wasserburgen-route.de, www.burg-heimerzheim.de.