Viele Ideen zur Landesgartenschau: Die Ahrtalbrücke soll illuminiert werden

Viele Ideen zur Landesgartenschau : Die Ahrtalbrücke soll illuminiert werden

Die gigantische Autobahnbrücke, die im Osten der Stadt wie eine überdimensionale Eintrittspforte nach Bad Neuenahr wirkt, soll zur Landesgartenschau 2022 besonders imponieren.

Sie gehört zu den wohl imposantesten Bauwerken in der Region: die Ahrtalbrücke. Weithin sichtbar erstreckt sie sich über 1,5 Kilometer in rund 55 Metern Höhe quer über das Ahrtal. Zur Landesgartenschau (Laga) 2022 soll die gigantische Autobahnbrücke, die im Osten der Stadt wie eine überdimensionale Eintrittspforte nach Bad Neuenahr wirkt, illuminiert werden, damit dem Besucher schon von der Ferne deutlich wird, dass er nun die Stadt betritt, die sich den Slogan „gesunde Stadt, gesundes Leben“ auf die Fahne geschrieben hat. Auch wenn die Landesgartenschau erst in fünf Jahren stattfindet: Planerisch wirft sie längst große Schatten voraus.

Ein neues Hotel neben dem Bad Neuenahrer Bahnhof, ein weiterer Bahnhaltepunkt zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler in Höhe der Weinbergstraße, ein Scaterpark für Jugendliche, eine neue Brücke über die Ahr, ein neues Hotel in der Nähe des Kurparks, Parkdecks am Apollinarisstadion, am Krankenhaus und in Ahrweiler, ein begehbares Ahrtor, Gärten der Vielfalt, „schwebende und heilende Gärten“, Lern- und Entdeckergärten, ein ständig durch die Stadt fahrender elektrischer Shuttlebus, eine Grundschule, in der man auch wohnen kann: Was die Stadt an der Ahr zur Landesgartenschau so alles vorhat, würde nicht nur zukunftsweisend sein und aufwertend, sondern nachhaltige Impulse freisetzen, von der künftige Generationen noch profitieren würden.

Kein freier Platz war mehr zu bekommen, als Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen auf Einladung der Bad Neuenahrer CDU die Pläne vorstellte, die vor einigen Wochen in Mainz die Landesregierung und die Landesgartenschau-Vergabe-Jury von den Bad Neuenahrer Vorstellungen vom Zusammenwirken von Natur und Kultur beeindruckt hatten.

Es waren für Guido Orthen keine Phantastereien, die er bei der CDU vortrug, sondern vielmehr umsetzbar erscheinende städtebauliche Meilensteine, die zur Landesgartenschau gesetzt werden sollen. So schwebt den Laga-Planern vor, gleich am ohnehin bis dahin völlig neu gestalteten Kreuzungsbereich der Nordzufahrt in Höhe des Gummiwegs und des Apollinarisstadions ein großes Parkdeck zu bauen. Am nicht weit entfernten Bahnhof, nämlich auf der Fläche des Max-Meier-Parks, soll – wenn möglich – ein Inklusionshotel errichtet werden, ein Hotel, das von Behinderten und Nicht-Behinderten bewohnt und betrieben wird.

Bereits am Stadion warten die „Willkommens-Gärten“ auf die erwarteten 800.000 Besucher. Von dort aus soll es zu den „Gärten der Vielfalt“ gehen, die sich dann im Kaiser-Wilhelm-Park befinden werden. Von den Sportanlagen wird bis zur Laga eine neue – barrierefreie – Brücke über die Ahr führen. Wer lieber durch die Ahr waten möchte, wird dazu in die Lage versetzt: Eine Furt mit hochgelegten Steinen soll es möglich machen.

Das oberste Parkdeck am Casino wird für den Bau von „schwebenden Gärten“ genutzt, der Kurpark indes soll das Thema „heilende Gärten“ auffangen. Am Rande des Parks, im Bereich der Oberstraße und der Hochstraße, will die Stadt Platz schaffen für den Bau eines neuen Hotels. Guido Orthen: „Wir brauchen weitere Beherbergungskapazitäten.“ Zu errichten und zu betreiben wäre ein solches Hotel natürlich von einem privaten Investor und Betreiber.

Bad Neuenahr im Planungsfieber

Einmalig in Deutschland wäre ein weiteres Projekt, das den Stadtplanern in Bad Neuenahr vorschwebt: eine neue Grundschule, in der man auch wohnen kann. Die bisherige Schule in der Innenstadt ist stark sanierungsbedürftig und einfach zu klein. Ein Neubau ist anvisiert. Orthen: „Denkbar ist, einen Bau zu errichten, der multifunktional genutzt werden kann. Unten Schule, oben stadtnah wohnen.“

Am Alten Wasserwerk, in Höhe des Betriebshofes am Dahliengarten, ist der Bau eines weiteren Parkhauses vorgesehen, von dem aus die Lern- und Entdeckergärten bequem zu erreichen sein werden. Sie sollen sich hin zur Pius-Brücke erstrecken. Auch dort soll ein Parkdeck errichtet werden. Gleich gegenüber, in Bachem, werden die Besucher Obstgärten vorfinden.

Weitere Parkplätze sind rund um die Ahrweiler Stadtmauer vorgesehen, wobei der Blick auf die historischen Mauern an keiner Stelle getrübt werden soll: Die Stellplätze werden tiefer ins Erdreich gelegt. Orthen ist zuversichtlich, dass bis zur Laga auch der DB-Haltepunkt „Markt“ barrierefrei gestaltet sein wird.

Zudem hofft das Stadtoberhaupt, mit der Bahn aushandeln zu können, dass zwischen den Bahnhöfen Bad Neuenahr und Ahrweiler ein zusätzlicher Haltepunkt in Höhe der Weinbergstraße gebaut wird. Orthen: „Wir werden es versuchen .“

Kosten in Höhe von 18,5 Millionen Euro sind für die Ausrichtung der Landesgartenschau in der Kreisstadt vorgesehen. Hinzu kommen Beträge für städtebauliche Maßnahmen. Bund und Land – so die Kalkulation – werden sich mit elf Millionen Euro an den Aufwendungen beteiligen. 6,4 Millionen Euro hofft die Stadt durch Eintrittsgelder einnehmen zu können. Zudem werden Gelder aus Standgebühren, Vermietungen, Pachten und Sponsoring fließen.

Noch völlig offen ist, ob das Laga-Gelände zumindest in seinen Kernbereichen eingezäunt wird, damit der Stadt keine Eintrittsgelder entgehen. Orthen: „Bisher gibt es noch keine Lösungen.“

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