Kommentar zur Stimmung rund um Nürburgring: Der Ring regt sich

Kommentar zur Stimmung rund um Nürburgring : Der Ring regt sich

Ein modernes Freizeitzentrum mit Achterbahn, Kneipenviertel und Ferienpark: Die Landesregierung in Mainz hatte es zwar gut gemeint, sich aber mächtig verkalkuliert mit ihren Plänen am Nürburgring.

Im Sommer 2012 schnappte der Pleitegeier zu: Insolvenz. Dem ersten Retter ging die Luft aus, der zweite ist ein Investor aus Russland. Neuanfang. Dann weitere Tiefschläge: Formel 1 und Rock am Ring ziehen sich zurück. Mehr Imageverlust geht kaum.

Die Bonner kennen das. Als man ihnen die Hauptstadtwürde nahm, war auch ein Stück Ehre verletzt. Die wortkargen Menschen in der Eifel sind, so hatte es den Anschein, ganz verstummt. Und das war schlau, denn: Keine Schlagzeilen sind mitunter besser als schlechte. Und wenn es keine schlechten gibt, verliert die Öffentlichkeit schnell das Interesse. Und nimmt nicht wahr, was sich im Stillen tut.

Aber der Ring regt sich, denn man konzentriert sich aufs Kerngeschäft. Motorsport - ohne Kirmes. Auf der Nordschleife testen Autohersteller ihre Modelle, Touristen fahren den Klassiker mit Profis oder solo. Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt, dass auch der Rennzirkus boomt. 2015 hätten rund 650 000 Zuschauer die großen Rennen besucht, heißt es am Ring. Und die Formel 1? Gern, aber nicht um jedem Preis. Rock am Ring? Abwarten.

Auch die Hotelbetreiber sprechen von guten Buchungszahlen, der Ferienpark wurde mehrfach ausgezeichnet. Sogar die Burg erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf. In der Ruine wurde am vergangenen Wochenende das erste Paar getraut. Geht doch!

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