Zusätzliches Areal in Ahrweiler: Das Kreishaus platzt aus allen Nähten

Zusätzliches Areal in Ahrweiler : Das Kreishaus platzt aus allen Nähten

Das Ahrweiler Kreishaus platzt aus allen Nähten. Grund: In den Bereichen Jugendamt, Sozialamt und Ausländerbehörde gibt es eine starke Expansion. Der Werksausschuss bringt Vorbereitungen für einen Erweiterungsbau auf den Weg.

Die Büros reichen nicht mehr aus. Zu diesem Schluss kommt die P.O.T. Beratungsteam GmbH aus Linden, die jetzt vom Werksausschuss des Eigenbetriebes Schul- und Gebäudemanagement des Kreises gemeinsam mit dem Rein-Ahr-Campus in Remagen mit einer Flächenbedarfsanalyse sowie der organisatorischen Raumplanung beauftragt wurde.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung dem Werksausschuss die Raumsituation dargestellt und vorgeschlagen, den bestehenden Bedarf durch einen Erweiterungsbau auf den Grundstücken Wilhelmstraße 32 und 34 zu decken. Die dort bestehenden Häuser zwischen Kreishaus und AOK hatte der Kreis bereits vor 15 Jahren gekauft. Hinter den Gebäuden befindet sich einer der Mitarbeiterparkplätze der Kreisverwaltung. Die Grundstücke, auf denen das Erweiterungsgebäude errichtet werden soll, umfassen insgesamt 830 Quadratmeter.

Aktuell sieht die Personallage im Kreis so aus: 400 Mitarbeiter, davon 360 im Kreishaus. Der Erweiterungsbau, für den jetzt mit der Vergabe der Analyse der Grundstock gelegt wurde, soll mit rund 1000 Quadratmetern Fläche Platz für 50 Mitarbeiter bieten. Dafür geht die Beratungsteam GmbH von einer „klassischen Zellenstruktur mit Büros von jeweils 15 bis 16 Quadratmetern Fläche“ aus. Die Palette der gesamten Maßnahme erstreckt sich dabei von der Erstellung eines Nutzerbedarfsprogramms über die Begleitung eines Architektenauswahlverfahrens bis hin zur Belegungs- und Einrichtungsplanung.

Wann es einen Startschuss oder einen ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau gibt, das steht zurzeit noch nicht fest. Der Werksausschuss hat beschlossen, dass zunächst der exakte Flächenbedarf an Büros und Nebenräumen ermittelt wird. „Daran werden sich dann das benötigte Bauvolumen, die baurechtlichen Fragen und der weitere zeitliche Fahrplan orientieren“, sagte Kreissprecher Jürgen Kempenich. Mit dem jetzt eingeleiteten Verfahren hat sich der Kreis dennoch eine Art Geburtstagsgeschenk gemacht. Denn im Mai werden 200 Jahre Kreis Ahrweiler ganz groß gefeiert.

Ein Rückblick zeigt übrigens, dass, nimmt man Landräte beim Wort, ein Erweiterungsbau gar nicht notwendig wäre. Denn bei der Einweihung des ersten Kreishauses, heute der historische Altbau, am 27. Juni 1894 hatte der damalige Landrat, Alfred Heising, erklärt: „Durch dieses Haus wurde für die nächsten 300 Jahre Raum für die Kreisverwaltung geschaffen.“ Da irrte der Kreischef, der von 1889 bis 1923 amtierte, gewaltig. Schon 1916 wurden zusätzliche Häuser angemietet.

1966 wurde der erste Erweiterungsbau – das heutige Hauptgebäude – und 1985 der zweite Erweiterungsbau mit Nord- und Südflügel bezogen. Und 1976 brach der Kreis Ahrweiler mit einer Tradition: Denn bis dahin hatten alle Landräte im ersten Stock des Altbaus ihre Privatwohnung. Der Landräte einstiges Wohnzimmer ist heute Kreisarchiv.