Das große Schrubben in den Bädern beginnt

Das große Schrubben in den Bädern beginnt

Die Bonner Freibadsaison beginnt am 29. Mai - Römerbad soll bei gutem Wetter aber schon Christi Himmelfahrt öffnen - Sanierungskosten steigen von Jahr zu Jahr

Bonn. In den Bonner Freibädern steht dieser Tage Großreinemachen an: Die Saison steht vor der Tür, die Bäder sollen an Pfingstsamstag, 29. Mai, öffnen. Bis dahin müssen die städtischen Kräfte noch wienern und schrubben, was das Zeug hält. "Vor der Eröffnung brauchen wir sechs Wochen Vorlauf", sagte am Montag Armin Koenen, Leiter des Römerbades.

Dort, im größten Bonner Freibad, könnte die Saison noch ein paar Tage früher beginnen. Je nach Wetter werde das Römerbad bereits am Donnerstag, 20. Mai (Christi Himmelfahrt) seine Tore öffnen, kündigte Sport- und Bäderamtsleiter Peter Mähler am Montag an.

Wie lange die Bürger dann Sonne in den Freibädern tanken können, steht noch nicht genau fest. "Wir werden auf jeden Fall bis zum Ende der Schulferien im September geöffnet haben", sagte Mähler. Gute Nachricht für die Badegäste: Die Eintrittspreise bleiben stabil, auch den Abendtarif von zwei Euro (ab 18 Uhr) wird es weiterhin geben.

Die Sorgen des Amtsleiters werden dagegen von Jahr zu Jahr größer. Alle Bonner Bäder sind älter als 25 Jahre, und dementsprechend steigen die Sanierungskosten. "Wir müssen jährlich immer mehr Geld in die Bäder investieren", so Mähler. "Dabei versuchen wir schon vieles aufzuschieben, was eigentlich wünschenswert wäre."

Auch diesmal ist die Liste der Instandhaltungen und Neubaumaßnahmen wieder lang. Das Römerbad bekam eine Solarabsorberanlage aufs Dach gesetzt - als Ersatz für einen alten Heizkessel, vorher musste jedoch das Dach neu isoliert werden. Und auch für die verfaulten Trennwände der Umkleidekabinen war es höchste Zeit, sie zu erneuern. Die Kosten beliefen sich auf 134 000 Euro - allein für dieses Bad.

Damit nicht genug: Das Friesdorfer Freibad brauchte eine neue Elektroanlage, das Freibad Rüngsdorf einen neuen Heizkessel. Das Dach im Ennertbad war sanierungsbedürftig, ebenso der Zaun, und das Hardtbergbad brauchte neue Holzpalisaden, denn die alten waren verfault. Und immer wieder kleinere Arbeiten, wenn Platten erneuert und Beton saniert werden mussten. Unterm Strich summierten sich die Kosten auf 264 000 Euro.

Dabei werde schon geknappst, wo es geht, stöhnt Mähler: "Wir sind mit dem Personal an der Grenze des Vertretbaren. Wenn wir noch mehr sparen, dann sind unsere Bäder weder sauber noch rein." Allein die Vorbereitung der Saison schlägt mit rund 8 000 Arbeitsstunden zu Buche, mit Personalkosten, die zwischen 120 000 und 150 000 Euro liegen.

Dennoch sucht die Stadt wieder Aushilfskräfte, die im Sommer Beckendienst als Rettungsschwimmer leisten wollen. Wer mindestens 18 Jahre alt ist, einen Erste-Hilfe-Lehrgang absolviert hat und den Rettungsschein in Silber besitzt, kann sich unter den Rufnummern (02 28) 77 32 34 oder 77 32 75 bewerben. Die Stadt bezahlt rund zehn Euro pro Stunde.

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