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Wahner Heide: Das alte Planitzwegmoor lebt wieder auf

Wahner Heide : Das alte Planitzwegmoor lebt wieder auf

Der Köln/Bonner Flughafen investiert in diesem Jahr 750.000 Euro in Ausgleichprojekte in der Wahner Heide.

"Der Flughafen ist die Pflegeversicherung der Wahner Heide", sagte Athanasios Titonis, Geschäftsführer der Köln/Bonner Flughafengesellschaft. "In den vergangenen 20 Jahren haben wir insgesamt 11 Millionen Euro in ökologische Pflege- und Ausgleichprojekte in der Wahner Heide investiert".

Zusammen mit Dirk Ferber, wissenschaftlicher Begleiter des Pflegeprojektes, Günter Giesa, Brigadegeneral der Luftwaffe und Standortältester der Bundeswehr in Köln, sowie Florian Zieseniß vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser traf sich Titonis trotz Regens in der Moorlandschaft, um das neueste Projekt zu präsentieren.

In Gummistiefeln und regenfester Kleidung wateten die Herren zum großen Planitzwegmoor, das auf Betreiben des Flughafens renaturiert wird. "Ziel der Kompensationsmaßnahme ist es, diesen extrem gefährdeten Lebensraumtyp zu stabilisieren und auszuweiten", sagte Geograf Dirk Ferber, der die Renaturierung wissenschaftlich betreut.

Das Moor, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts Teil eines Truppenübungsplatzes ist, kann von Besuchern nicht betreten werden, weil es besonders naturschutzwürdig ist und im militärischen Sicherheitsbereich der Bundeswehr liegt. "Viele verstehen nicht, dass die Nutzung dieses Gebietes durch die Bundeswehr durchaus eine Unterstützung des Naturschutzes ist, weil die Landschaft nicht von Besuchern betreten werden darf", sagte Brigadegeneral Günter Giesa.

Um das Moor zu renaturieren, wird der Grundwasserspiegel angehoben. Dafür wurden bereits vom Forstbetrieb einige Kiefern beseitigt. In den vergangenen Wochen wurde das Wasser in Gräben aufgestaut, die vor fast 100 Jahren zur Austrocknung und Nutzbarmachung des Moores angelegt worden waren. Das Schließen der Drainagegräben durch 36 neue Staustufen soll nun dafür sorgen, dass sich das Moor wieder vernässen und weiter ausbreiten kann.

"Das muss besonders behutsam geschehen, damit sich die seltenen Tier-und Pflanzenarten an den Anstieg des Wasserspiegels anpassen können. Es darf kein See entstehen", sagte Dirk Ferber. Als "Baumeister" des Moores gilt laut Ferber das Papillen-Torfmoos.

Der Klimawandel, die Nutzung durch Torfstecher und 180 Jahre der Entwässerung haben die Moore in der Wahner Heide fast zum Verschwinden gebracht. Mit der Renaturierung soll das große Planitzwegmoor, das einst Teil des "Großen Torfbruchs" war, als 72 Hektar großes Moor in der Wahner wieder aufleben.