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Bürgermeisterin will Coppeneur in Bad Honnef halten

Bürgermeisterin will Coppeneur in Bad Honnef halten

Besonders hitzig wurde die Debatte am Podium, als es um den drohenden Wegzug der Confiserie Coppeneur ging. "Es ist mir ein großes Anliegen, die Firma zu halten, die Schokoladenseite Bad Honnefs", betonte Bürgermeisterin Wally Feiden. Eine Entscheidung stehe aus.

Sie hoffe auf eine Lösung, die aber nur die Grundstücksgesellschaft fällen könne; neue Gespräche habe sie angestoßen. Kreis-Wirtschaftsförderer Hermann Tengler hingegen kritisierte die "zu zögerliche Haltung der Stadt bei der Suche nach einer Lösung für den Verbleib dieses Unternehmens in Bad Honnef. Damit setzt sie aufs Spiel, ein erfolgreiches Unternehmen und 100 Arbeitsplätze zu verlieren."

Die Confiserie Coppeneur hat ihren Sitz seit 1999 in Honnef-Süd und weitere Flächen in Rheinbreitbach. Die Firma plant wie berichtet, am Dachsberg eine deutlich größere Produktion zu errichten. Zusätzlich soll ein Besucherzentrum entstehen, von dem sich Inhaber Oliver Coppeneur auch touristische Effekte verspricht.

Vermarkterin des Gewerbeparks Dachsberg ist die Grundstücksgesellschaft Bad Honnef mbH, an der neben der Mehrheitsgesellschafterin Stadt die örtlichen Kreditinstitute beteiligt sind. Coppeneur bot für ein Grundstück, für das mittlerweile auch ein Autohof örtlicher Investoren in Rede steht. "Handelseinig" sei man bislang nicht, so Coppeneur, Kontakte lägen brach.

An anderen Offerten für die Firma, die nach GA-Informationen laut Wirtschaftsgutachten jährlich Gewerbesteuer in sechsstelliger Höhe generiert, mangelt es nicht. So liegt Coppeneur ein weit günstigeres Angebot der Grafschaft vor. Dem Vernehmen nach macht man sich in Mainz von höchster Stelle für den Umzug stark. Es müsse in Honnef intensiv nach Lösungen gesucht werden, so am Donnerstag Karl-Heinz Dißmann (Bürgerblock), Vorsitzender im Wirtschaftsförderungsausschuss.

Ausgelöst durch GA-Berichterstattung und -Diskussion teilten gestern die Fraktionschefs der Allianz, Sebastian Wolff (CDU), Rainer Quink (FDP) und Michael Oswald (Grüne), mit: "Wir erwarten den vollen Einsatz der Bürgermeisterin und der städtischen Grundstücksgesellschaft für einen tragfähigen Kompromiss, um der Confiserie Coppeneur eine Ansiedlung am Dachsberg zu ermöglichen und damit diese wichtige Firma in Bad Honnef zu halten." Es gelte, "alle Möglichkeiten auszuschöpfen", so Martina Ihrig, FDP-Vizefraktionschefin.

Oswald und Quink: "Die Firma ist als Arbeitgeber, Gewerbesteuerzahler und als Aushängeschild für die Stadt von enormer Bedeutung"; ein Umzug "innerorts" an die A 3 wäre auch für sie von Vorteil. Man wolle versuchen, Kompromisse auszuloten. Wolff: "Wir haben die Bürgermeisterin gebeten, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Fraktionsvorsitzendenrunde zu nehmen und dazu den Kreiswirtschaftsförderer einzuladen."