24.000 Autos täglich: Bürger und Parteien fordern Ortsumgehung Lohrsdorf

24.000 Autos täglich : Bürger und Parteien fordern Ortsumgehung Lohrsdorf

Die Anlieger verlangen mit Nachdruck den Bau einer Ortsumgehung. Die SPD fordert schnelle Abhilfe und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem (CDU) setzt auf Pläne des Landesbetriebs.

Der SPD-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler freut sich, dass nach fast 50-jähriger Planungs- und Ausführungsdauer endlich die Umgehung Bad Neuenahr im Zuge der B 266 für den Verkehr freigegeben werden konnte: „Die vom ständig zunehmenden Verkehr geplagten Anwohner der Heerstraße, zweifellos aber auch in Heppingen, werden es zu danken wissen.“ Jetzt erwartet die SPD im weiteren Verlauf der B 266 eine zügige Realisierung der Umgehung von Lohrsdorf. Immerhin sei dieses Teilstück im aktuellen Bundesverkehrswegeplan mit Priorität zur Umsetzung vorgesehen.

Dass es den Lohrsdorfern dennoch nicht schnell genug geht, darauf wiesen sie am Eröffnungstag der Umgehung Bad Neuenahr und am Dienstagabend mit Stauaktionen hin. Ordnungsgemäß geparkte Autos von Anwohnern der Ortsdurchfahrt blockierten die B 266 so, dass es zu Rückstaus bis Bad Bodendorf und Heppingen kam (der GA berichtete).

Dazu sagt Fritz Langenhorst, der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins: „Mehr als 24000 Pkw rollen aktuell täglich durch Lohrsdorf. Durch die neue Umgehung Bad Neuenahr werden die Zahlen möglicherweise weiter steigen. Deshalb muss den Menschen hier schnell geholfen werden.“ Die SPD in der Stadt steht mit ihrer Forderung im völligen Einklang mit dem Ortsbeirat von Lohrsdorf um Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem (CDU). Wenn der Landesbetrieb Mobilität (LBM) erkläre, in den Startlöchern zu stehen, damit die Planungen konkretisiert werden, „darf keine Zeit mehr verloren werden und es dürfen nicht wieder 50 Jahre ins Land gehen, bis das nächste Teilstück und die damit verbundene Entlastung der Bürger von Lohrsdorf Wirklichkeit werden“, so die SPD.

"Es ist Bewegung drin"

Wie Ortsvorsteher Juchem im Gespräch mit dem General-Anzeiger erklärte, wird es am kommenden Montag ein Arbeitstreffen mit dem LBM im Rathaus der Kreisstadt geben. „Die haben schon Pläne. Die wollen wir uns ansehen“, freut sich Juchem. Und: „Es ist also Bewegung drin. Diese sollten wir nicht mehr mit weiteren Stauaktionen blockieren.“ Im Gegensatz zu der Aktion, als das „halbe Dorf“ durch Drücken der Fußgängerampel „wie am Fließband“ die Ortsdurchfahrt lahmgelegt hatte, seien die jüngsten „Demonstrationen“ nicht von ihm, sondern von Anliegern initiiert worden. Auch sei es beim „Ampeldrücken“ um die für die Umgehung notwendige Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan gegangen. Das sei aber mittlerweile geschehen. Er wolle sich am Montag erst einmal die Pläne des LBM ansehen und dann im Ortsbeirat berichten.

Werner Kasel, Chef der SPD-Fraktion im Rat der Kreisstadt, macht indes klar: „Alle, die jetzt den Verzicht auf weitere Umgehungen fordern und Banner auf die Landskrone stellen, leben nicht in den betroffenen Straßen und müssen nicht Tag für Tag die mit unvermeidbar hohem Verkehrsaufkommen verbundenen Erschwernisse erdulden. Deshalb müssen Planung und Realisierung der Umgehung Lohrsdorf zum Schutz der Menschen dringend und zügig fortgeführt werden. Dies im bestmöglichen Einklang mit der Umgebungsnatur und unterstützt durch Ausbau der öffentlichen Personennahverkehrssysteme.“ Parallel dazu fordert die SPD die Entwicklung der Ahrtalbahn zu einer modernen S-Bahn mit zusätzlichen Haltepunkten in Lohrsdorf und in Bad Neuenahr-Mitte.

„Aber selbst, wenn das beim aktuellen Widerstands der Bahn realisierbar ist, wird das den Kraftfahrzeugverkehr nicht in dem Maße verringern, dass auf eine Umgehung für Lohrsdorf verzichtet werden kann“, so Kasel. Deshalb führe nur beides in die Zukunft. „Diesen Realitätssinn fordert die SPD von allen verantwortungsbewusst denkenden Entscheidungsträgern ein“, sagte der Fraktionschef.