Erste Zwischenbilanz zur Weiberfastnacht: Schlechtes Wetter sorgt für weniger Jecken

Erste Zwischenbilanz zur Weiberfastnacht : Schlechtes Wetter sorgt für weniger Jecken

Die erste Zwischenbilanz der Polizei zur Weiberfasnacht fällt positiv aus: bis zum späten Nachmittag gab es deutlich weniger Vorkommnisse, als in den Jahren zuvor.

Auch wenn das Wetter in diesem Jahr wenig Anlass zur Freude gibt: wenigstens die Polizei ist mit ihrer Zwischenbilanz zu Weiberfasnacht zufrieden. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Strafanzeigen und Verstöße gegen Betretungsverbote bis zum späten Nachmittag deutlich geringer als. Außerdem wurden weniger hilflose Personen aufgegriffen, als in den Jahren zuvor.

Die Kölner Polizei führt dies unter anderem auf die hohe Präsenz der Einsatzkräfte zurück. Mehr als 2.000 Polizistinnen und Polizisten sollen den Schutz der feiernden Jecken gewährleisten. Unterstützung kommt in diesem Jahr auch von Einsatzkräften aus Berlin und Niedersachsen. Außerdem gibt es Videoüberwachungen an verschiedenen Plätzen in der Kölner Innenstadt.

Bis 17 Uhr wurden sechs sexuelle Übergriffe gemeldet. Dabei wurden Frauen entweder unsittlich berührt oder auf sexueller Ebene beleidigt. Außerdem soll ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes einer Frau den Zugang zu einer Veranstaltung angeboten haben - für einen Kuss oder die Zahlung von 25 Euro.

Es wurden mehrere Strafanzeigen erstattet, darunter Taschendiebstahl, Körperverletzung oder Sachbeschädigung. Ein Jeck zündete vor dem Dom eine Fackel an, konnte aber durch die Beamten schnell davon überzeugt werden, diese wieder zu löschen. Auch zwei mit Waffenattrappen ausgerüstete Jecken mussten ihre "Schießeisen" abgeben.

Im rechtsrheinischen Köln nahmen Beamte einen Räuber fest. Der versuchte im Gewahrsam ein Tütchen mit Betäubungsmitteln zu schlucken. Als die Beamten ihn daran hindern wollten wehrte er sich so heftig, dass er einen Beamten dabei verletzte. Nun erwartet ihn ein Strafverfahren.

Außerdem prüft die Polizei derzeit einzelne mögliche Verstöße gegen das Asylrecht. Es bestehe der Verdacht, dass sich einige von Sicherheitsdiensten als Ordner eingesetzte Personen im Asylantenstatus befinden.

Für die erfreuliche Zwischenbilanz macht die Polizei mitunter das schlechte Wetter verantwortlich, das in diesem Jahr deutlich weniger Jecken auf die Straße locken konnte, als in den Vorjahren.

Wenige Zwischenfälle im Rhein-Sieg-Kreis

Auch im Rhein-Sieg-Kreis ging das Einsatzkonzept der Polizei bisher auf. Die starke Präsenz der Einsatzkräfte an Bahnhöfen und Veranstaltungsorten sorgte im Kreis für entspanntes Feiern.

In Siegburg und Hennef waren weniger Jecken zum feiern gekommen, als erwartet. Auch hier macht die Polizei das schlechte Wetter verantwortlich.

Die Polizei verzeichnete lediglich einige kleinere Auseinandersetzungen. Drei Alkoholisierte mussten ihr Gemüt in der Zelle abkühlen. Ein Troisdorfer musste sich nach einem Streit am Eingang einer Siegburger Diskothek ebenfalls im Polizeigewahrsam beruhigen.

Wie auch in Köln gab es eninge Strafanzeigen wegen Diebstahl und Körperverletzung. Ein 18-jähriger Bonner verstieß in Siegburg gegen das Waffengesetz, weil er einen Teleskopschlagstock bei der Veranstaltung auf den Siegburger Markt bei sich trug.

Dumm gelaufen ist es für einen ebenfalls 18-jährigen Mann aus Bonn. Der hatte auf dem Siegburger Markt versucht, Marihuana zu verkaufen. Womit er nicht gerechnet hatte: er versuchte die Drogen ausgerechnet bei zivilen Ermittlern loszuwerden. Die nahmen ihn vorläufig fest.