Polizei bittet um Hinweise: Einbrecher auf Diebestour in Bonn und der Region

Polizei bittet um Hinweise : Einbrecher auf Diebestour in Bonn und der Region

In Bonn, Königswinter und Rheinbach gab es mehrere Einbrüche, bei denen Unbekannte jeweils Diebesgut erbeuteten. Eine Kamera filmte Einbrecher im Wohnzimmer. Die Polizei bittet um Hinweise.

Bonn-Röttgen

Das Fenster, durch das der Einbrecher in das Haus eingestiegen ist, steht noch offen. Erst schlendert der Mann im Wohnzimmer herum, zieht sich die Mütze aus und setzt sich dann gemütlich aufs Sofa. Eine Überwachungskamera filmt, wie der Täter scheinbar unbeobachtet am frühen Abend des 7. Dezember durch das Wohnhaus in Röttgen schleicht. „Für die Opfer zerstört eine solche Tat aber immer Lebensqualität. Die Beute ist meist nicht der schlimmste Schaden“, sagt Alexander Poretschkin von der Opferhilfe Weisser Ring.

Viel nahm der Täter nicht mit. Eine Uhr und Schmuck. „Dafür durchwühlte er Schränke und Schubladen vom Keller bis zum Obergeschoss“, sagt Polizeisprecher Frank Piontek. Zwar hatte er leichtes Spiel, als er innerhalb weniger Sekunden das ungesicherte Fenster aufhebelte. Doch die automatisch anspringende Überwachungskamera bemerkte der Einbrecher nicht. Die Bewohner hatten das Haus am Nachmittag verlassen. Als sie gegen 19 Uhr zurückkehrten, war der Täter längst wieder verschwunden.

Einbrecher in Röttgen

„Solche Bilder zu veröffentlichen, ist das letzte Mittel“, erklärt Piontek. Bei ihren Ermittlungen, in denen Spuren ausgewertet und polizeiinterne Datenbanken abgeglichen wurden, hatten die Kriminalisten bislang keinen Erfolg. So sei zu erklären, warum die Fotos erst drei Monate nach der eigentlichen Tat gezeigt werden. „Dafür muss ein Gericht zustimmen“, sagt Piontek. Und das dauere.

Auch wenn die Bonner Polizei dieses Mal im Dunkeln tappt, hat sie in den vergangenen Jahren einige Fortschritte vorzuweisen. Seit 2013 gilt die Einbruchskriminalität als Schwerpunkt im Bonner Präsidium. Die Fallzahlen sind seitdem von knapp 2700 auf rund 1400 im vergangenen Jahr gefallen. Ein Fünftel aller Taten wird aufgeklärt. Was nach wenig klingt, ist im bundesweiten Vergleich ein guter Wert.

Die Polizei sucht nun mit den Fotos nach dem Unbekannten und bittet um Hinweise unter Tel. 0228/150.

Königswinter-Oberdollendorf

Zwischen dem 14. Februar um 10 Uhr und dem 15. Februar gegen 14.45 Uhr verschafften sich Einbrecher Zugang zu einem Einfamilienhaus auf der Marienstraße in Königswinter-Oberdollendorf. Dabei hebelten die Unbekannten eine Terrassentür auf und gelangten so in das Zimmer, das sie anschließend laut Angaben der Polizei nach Diebesgut durchsuchten. Die Diebe entwendeten mehrere Gegenstände aus dem Einfamilienhaus.

Das zuständige KK 34 hat die weitergehenden Ermittlungen zu dem Fall übernommen. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228/150 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Rheinbach

Am 15. Februar brachen Unbekannte in ein Einfamilienhaus auf der Straße "In dem Busch" in Rheinbach ein. Zwischen 19.40 Uhr und 23:20 schlugen die Einbrecher laut der Polizei ein Fenster auf der Rückseite des Hauses ein und gelangten so in die Wohnräume. Daraufhin durchsuchten sie die Wohnung nach Diebesgut. Mit ihrer Beute flüchteten die Täter anschließend.

Mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228/150 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Aufklärungsarbeit der Polizei trägt Früchte

Besonders stolz ist Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa auf eine andere Zahl. „Jeder zweite Einbruch bleibt im Versuch stecken“, sagte sie bei einer Pressekonferenz im Januar. Für sie eine Bestätigung, dass die präventive Arbeit der Polizei im Bonner Stadtgebiet und in den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kommunen Früchte trägt. „Wir werten täglich aktuelle Einbrüche aus und verstärken an Schwerpunkten unsere Streifen“, erläutert Piontek.

Wöchentlich wird ein Einbruchsradar herausgegeben, das die Bevölkerung aufmerksam machen soll. Am wirksamsten sei es, wenn Nachbarn aufeinander achteten und ihr Zuhause sicherheitstechnisch aufrüsteten – dafür gibt es regelmäßig kostenlose Bürgerberatungen. Auch die Judikative ändert ihre Umgangsformen. Seit Juli 2017 werden Einbrüche mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft.

„Aber zu hundert Prozent kann man nie sicher sein“, sagt Poretschkin. Er betreut ehrenamtlich Bonner und Menschen aus der Region, die Einbruchsopfer geworden sind. Wer so etwas noch nie erlebt habe, dem seien die Empfindungen, die man dabei mache, zu abstrakt. „Doch hat man einmal erlebt, dass ein Fremder die eigene Unterwäsche durchwühlt und in die intimsten Räume eindringt, hinterlässt das Spuren.“ Spuren, die in den meisten Fällen durch stärkere Sicherheitsmaßnahmen verwischt werden könnten. Manchmal aber auch so einschneidend seien, dass nur eine psychologische Traumatherapie helfe.

Die nächste Einbruchschutzberatung ist am Montag, 26. Februar, ab 18.30 Uhr im Polizeipräsidium, Königswinterer Straße 500.

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