Bezirksregierung klammert Sonnenhof aus

Bezirksregierung klammert Sonnenhof aus

Regionalplanungsrat schlägt geänderte Gebiete für den Abbau von Quarzkies vor: Witterschlick und Flerzheim. BUND begrüßt Pläne

Die Bezirksregierung schlägt jetzt eine neue Darstellung der Konzentrationszonen für weißen Quarzkies im Vorgebirge vor. Sie soll die Abbausicherheit in den nächsten 30 Jahren - zwei Mal 15 Jahre - gewährleisten. Der Vorschlag, der nun Gegenstand der Beratung des Regionalrates am 2. Juli sein wird, sieht vor, zwei Konzentrationszonen für Quarzkies im Regionalplan Köln darzustellen, nämlich Witterschlick und Flerzheim." Das teilte gestern Achim Baumgartner, der Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis, mit.

Die Umweltorganisation begrüßt ausdrücklich "wichtige Eckpunkte der Vorlage der Bezirksregierung". Besonders positiv sei, dass bestehende Naturschutzgebiete insgesamt respektiert und ausgespart werden, betont Baumgartner. Damit sei zur Erleichterung der Naturschützer der Vorschlag, Weilerswist-Nord als Abbauzone darzustellen, wohl vom Tisch. Dieser Abbau hätte auch das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Villewälder bei Bornheim" direkt negativ betroffen und damit europäische Schutzaufgaben in Frage gestellt.

Ebenso sei es positiv, dass der Neuaufschluss Sonnenhof nun von der Bezirksregierung als Vorschlag nicht mehr aufrecht erhalten werde. Das sei ein großer Erfolg der Landschaftsschutzverbände. Weilerswist-Nord war in der öffentlichen Diskussion immer wieder als Lösungsvorschlag vorgetragen worden, um den Abbau am Sonnenhof abzuwehren. "Die Bezirksregierung hat dagegen nun mit den beiden Konzentrationszonen Witterschlick und Flerzheim einen ganz neuen Lösungsweg eingeschlagen und sich mit den zu erwartenden spezifischen Konflikte an diesen Standorten auseinander gesetzt, etwa dem Schutz des Römerkanals. Beide Abbauflächen werden deshalb gegenüber älteren Plänen räumlich eingeschränkt." Doch der BUND sieht durchaus Möglichkeiten, eine noch bessere Lösung zu erzielen. So regt er an, die geplanten Konzentrationszonen und deren näheres Umfeld im Regionalplanänderungsverfahren insgesamt mit der Darstellung "Bereich für den Schutz der Natur" zu überlagern, um den Abbau und die Renaturierung direkt mit besonders hohen Qualitätszielen zu konfrontieren und den Abbau über die engen Grenzen der Konzentrationszone hinaus endgültig zu stoppen. Der Abbau sei selbst ein enormer und negativer Eingriff in die ursprüngliche Landschaft. Er bringe jedoch Sekundärbiotope, deren Naturschutzpotenzial voll ausgeschöpft werden sollte.

Es gelte außerdem, die bereits laufenden Kompensationsmaßnahmen, insbesondere die Waldneugründungen westlich des FFH-Gebietes, im Zuge der laufenden Tagebaue sowie weitere Maßnahmen zur Waldmehrung raumplanerisch abzusichern. Der BUND denkt da auch an einen Anschluss an den "Forst Wehrbusch" westlich von Buschhoven und will hier Möglichkeiten prüfen lassen.

Der BUND erwartet ein umfassendes Gesamtkonzept, um im Regionalplan auch die Naturschutzaufgaben zur Sicherung des FFH-Gebietes, des Artenschutzes, hier besonders Springfrosch und Wildkatze, und des Waldverbundes abzusichern.

Nach wie vor völlig offen sei die Bedeutung der Lagerstätte in Bliesheim. Dieser Lagerstätte sind in der Sitzungsvorlage lediglich drei kurze Sätze gewidmet, im Umweltbericht fehle sie aber.

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