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Betreibt Schwimmtreff GmbH auch künftig das Hallenbad Königswinter?

Betreibt Schwimmtreff GmbH auch künftig das Hallenbad Königswinter?

Entlarvende Äußerungen - Bei öffentlicher Sitzung des Sportausschusses sickert mehr durch als geplant

Königswinter. "Wir sind sehr froh, dass die Schwimmtreff GmbH eventuell auch in Zukunft das Hallenbad betreiben wird." SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Kusserow sagte mehr, als er im öfffentlichen Teil der Sportausschuss-Sitzung eigentlich hätte sagen dürfen.

In dem für die Öffentlichkeit bestimmten Teil der Veranstaltung hatte die Politik lediglich ein Konzept der Verwaltung zur Kenntnis zu nehmen, wie diese sich den Übergangsbetrieb zum Zwecke der Aufrechterhaltung des Schwimmbadangebotes im Hallenbad nach dem 31. Dezember in Eigenregie vorstellt.

Das Ausschreibungsverfahren war am 21. Oktober im Stadtrat gestoppt worden, weil die Forderungen aller Bewerber die von der Stadt festgeschriebene Obergrenze bei der Bezuschussung der Betriebskosten von 800 000 Euro deutlich überschritten hatten.

Welche Alternativen sich sonst noch anbieten, wurde erst im nichtöffentlichen Teil besprochen. "Wir müssen zweigeteilt beraten, weil auch Personalangelegenheiten betroffen sind", begründete der Erste Beigeordnete Ashok Sridharan die Vorgehensweise. Zwei weitere Betriebskonzepte wurden vorgestellt und beraten, nachdem die Öffentlichkeit den Saal verlassen hatte.

Hier kam offensichtlich der Schwimmtreff ins Spiel, wie der anfänglichen Stellungnahme des SPD-Fraktionsvorsitzenden zu entnehmen war. Auch eine Entscheidung über eines der drei Konzepte war dem nichtöffentlichen Teil vorbehalten.

Während auch FDP und Grüne die gute Arbeit des bisherigen Betreibers Schwimmtreff hervorhoben, begnügte sich die CDU-Fraktion im öffentlichen Teil mit einigen allgemeinen Bemerkungen. "Wir haben schon im Sommer klar beschlossen, dass wir beide Bäder erhalten wollen. Dazu stehen wir", entgegnete der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Roman Limbach anderslautenden Aussagen des Fördervereins "Rettet unsere Lemmerzbäder".

Das sei nicht immer so gewesen, meinte Kusserow. "Bei einer Fraktionsvorsitzendenbesprechung mit dem Bürgermeister im vergangenen Jahr wurde eine Vorlage der Verwaltung einvernehmlich zur Kenntnis genommen, dass das Hallenbad im Hinblick auf die Pläne eines Investors dicht gemacht wird", stellte er fest.

Er selbst sei damals freilich nicht anwesend gewesen. Derlei Nachkarten brachte wiederum CDU-Ratsmitglied Stephan Unkelbach in Rage, der Kusserow persönlich attackierte. "Die Diskussionskultur sollte dem entsprechen, was unter zivilisierten Leuten üblich ist", reagierte Kusserow vergrätzt und forderte den Ausschussvorsitzenden Wolfgang Wicharz (CDU) zu einer Rüge auf.

Nachdem auch Limbach seinen Fraktionskollegen ermahnt hatte, die Schärfe aus seinen Worten zu nehmen, entschuldigte sich Unkelbach für die Form seiner Äußerung. Am Montag wird sich der Stadtrat, in den interessantesten Fragen wiederum im nichtöffentlichen Teil, mit den Konzepten beschäftigen. Am Dienstag will Bürgermeister Peter Wirtz dann die Öffentlichkeit informieren.