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Obstklau ist auch Diebstahl: Bauern ärgern sich über Selbstbedienung

Obstklau ist auch Diebstahl : Bauern ärgern sich über Selbstbedienung

Zwetschgen, Äpfel oder Johannisbeeren - sie lachen einen derzeit schon von weitem an. Der Apfel am Feldweg kostet scheinbar nichts. Doch das ungefragte Zugreifen birgt Gefahren und kommt häufig einem Diebstahl gleich. Denn Obstwiesen sind meist im Privat- oder Vereinsbesitz.

Ein großes Problem ist Obstdiebstahl laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen besonders in der Nähe von Großstädten und auf Plantagen, an denen asphaltierte Feldwege vorbeiführen. Dass besonders Fahrradfahrer und Spaziergänger gerne mal zugreifen und sich die Taschen mit dem frischen Obst füllen, sieht Michael Rönn, Inhaber eines Obstanbaubetriebes in Meckenheim-Ersdorf, fast täglich. "Diese Selbstbedienungsmentalität ärgert mich jedes Mal", sagt er. "Wenn man mich freundlich fragen würde, wäre ich sicher der Letzte, der Nein sagen würde."

Worüber sich viele keine Gedanken machen: Mit jeder geklauten Zwetschge nimmt man den Ostbauern ein Stück von ihrem hart erarbeiteten Lohn. So auch dem Meckenheimer Rainer Dahlhausen. Bei ihm wurden schon mehrmals Zäune aufgeschnitten, um große Mengen Obst zu stehlen. "Nicht nur, dass da ein Schaden durch den Diebstahl selbst entsteht. Man muss auch Zeit und Geld für die Reparatur des Zauns investieren", sagt der 40-Jährige. Und berichtet, dass bei einem seiner Kollegen über Nacht eine ganze Anlage mit Süßkirschen leer gepflückt wurde.

Um das zu vermeiden, wirft Elmar Schmitz-Hübsch ein scharfes Auge auf seine fruchtig-süße Ware. "Das Schlimme sind nicht die paar Äpfel, sondern dass es Personen in Kauf nehmen, als vorbestraft zu gelten", so der Inhaber eines Obstanbaubetriebes in Bornheim-Merten.

Angezeigt wird ein Obstdiebstahl gleichwohl nur selten. Laut Polizeisprecher Christoph Schnur liegt in diesem Jahr noch keine Anzeige in der Region vor. 2011 waren es gerade einmal drei.