Balanceakt in schwindelnder Höhe

Balanceakt in schwindelnder Höhe

Im neuen Hochseilgarten im Adenbachtal können Wagemutige am Sonntag kostenlos Riesenleitern oder Wackelbrücken ausprobieren

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Tarzan schwingt sich von Liane zu Liane. Spiderman überwindet mithilfe hauchdünner Fäden Hochhausschluchten und klettert senkrechte Wolkenkratzerwände empor. Und die Affen im Zoo hangeln sich über freischwingender Reifen von einer Gehege-Ecke zur anderen.

Wer wissen will, welche dieser Fortbewegungsmöglichkeiten ihm am meisten liegt oder es schon immer einmal seinem Superhelden nachmachen wollte, ist am Sonntag, 9. Juni, in Bad Neuenahr-Ahrweiler richtig: Zwischen 10 und 17 Uhr können Anfänger und Fortgeschrittene ab zehn Jahren das Klettern und Abseilen im Ahrweiler Adenbachtal kostenlos ausprobieren.

Auf den Brückenpfeilern führen zu den drei bestehenden vier neue Routen hinauf in bis zu 35 Meter Höhe. Die 40 Meter lange Seilbrücke zwischen zwei Pfeilern will überquert werden, und als neueste Attraktion wartet ein Hochseilgarten auf Entdeckernaturen: Zwischen zehn jeweils 13 Meter hohen Baumstämmen gibt es zwölf Varianten, vertikale und horizontale Distanzen zu überwinden.

Etwa acht Meter über dem Boden schleicht man über das Stahlseil des "Catwalk", balanciert zu zweit über eine Wippe oder eine Folge von Wackelbrücken. Neben Gleichgewichtssinn und Schwindelfreiheit fordert der Gang über den "Team-Beam" in zwölf Metern Höhe jede Menge Vertrauen in sein Gegenüber, denn zwei Partner bewegen sich Auge in Auge mit verschränkten Händen seitwärts über jeweils einen von zwei parallel aufgehängten Balken.

Bei einem ersten Testlauf in dem neuen Hochseilgarten stieg selbst Verkehrsdirektor Andreas Wittpohl in die Klettermontur, um es"Indy" gleichzutun und wagemutig über die gehörig schwankende "Indiana Jones Brücke" zu wandeln - freihändig, den sicheren Boden zwölf Meter tief unter sich lassend und nur die lückenhaften Trittbretter im Blick.

Wenige Meter weiter zeigten auch zwei Söhne des Ersten Beigeordneten Hans-Ulrich Tappe Pioniergeist: Unter anderem lotsten Frederic und Julian einander über fünf heftig schaukelnde Seilschlaufen, und in nur 35 Minuten erklommen zwei erwachsene "Testgänger" aus dem Kreisgebiet mit gegenseitiger Unterstützung die fünf windigen Sprossen der "Riesenleiter".

Auch wenn ein Balanceakt daneben gegangen wäre, wären die Hochseilakteure weich in die Seile gefallen: Schließlich werden sie bei jedem Schritt und Tritt genau beobachtet und gut gesichert von den Trainern des "C.A.T.weasel"-Teams aus Köln, die die Benutzer des Hochseilgartens betreuen.

"Hier geht es nicht um Sportlichkeit, sondern darum, sich und seine Fähigkeiten selbst einschätzen zu lernen, seine Grenzen zu erfahren, sie zu akzeptieren und um das gemeinsame Erleben mit anderen Menschen im Team.

Dabei ist es immer so, dass einer klettert und sein Partner ihn vom Boden aus sichert - gegebenenfalls mit unserer Hilfe", erklärt die Trainerin und Erlebnispädagogin Susanne Schu. Wer sich nicht so hoch hinauswagt, probiert sein Geschick an einem der sieben Niedrigelemente vom "Spinnennetz" bis zur vier Meter hohen "Wall".

Außer bequemer Kleidung und festem Schuhwerk ist dabei nichts mitzubringen. Die Ausrüstung wird gestellt, und das "Abenteuer Hochseilgarten" eignet sich für gestresste Manager ebenso wie für quirlige Schulklassen.

Gruppen ab zehn Personen melden sich bei "C.A.T.weasel", Telefon (02 21) 7 20 08 59 oder beim "Basislager", Telefon (0 26 41) 22 27.

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