Königsschießen der Ahrweiler Junggesellen: Aus dem Fähnrich wird der König

Königsschießen der Ahrweiler Junggesellen : Aus dem Fähnrich wird der König

Für diese Tränen braucht sich kein junger Mann, erst recht nicht, wenn er aus Ahrweiler ist, zu schämen: Überwältigt von Glücksgefühlen nahm am Sonntagabend der „Ovvehöde Jong“ Daniel Schopp (28) von seinem Vorgänger David Kortmann die Königskette und das Zepter als Insignien entgegen.

Als seine Eltern Hannelore und Bruno ihn im Festzelt voller Stolz und unter tosendem Beifall in den Arm nahmen und drückten, da musste sich der Fachinformatiker für Systemintegration bei der Kreisverwaltung Ahrweiler die Augen wischen.

Mit dem 44. Schuss um 18.49 Uhr war es dem zweiten Vorsitzenden und damit Fähnrich der Sankt-Laurentius-Junggesellen-Schützengesellschaft im zweistündigen fairen Wettstreit mit Vitus Appel (24), ebenfalls aus der Oberhut, gelungen, den hölzernen Greif von der Stange zu holen.

Drei Böllerschüsse verkündeten den Ahrweiler Bürgern im Tal, die nicht zur Quarzkaul hoch gekommen waren, dass die historische Stadt eine neue Majestät hat. Voller Spannung standen viele Schaulustige vor dem Schießzelt, um den ersten Blick zu erhaschen. Auf den Schultern von Alexander Gies und Tim Scherhag wurde die neue Majestät ins Zelt getragen. Kurzer Zwischenstopp für Freundin Franziska Maur: Sie wurde hochgehoben, um ihm mit einem Kuss den Triumph zu versüßen.

„Heute hat sich für Dich der Wunsch eines jeden Ahrweiler Jungen erfüllt“, freute sich auch Junggesellen-Hauptmann Bastian Friedrich. Doch noch bevor er die äußeren Zeichen seiner neuen Würde erhielt, musste für Schopp ein Nachfolger als Fähnrich bestimmt werden. Diese Funktion übernahm gestern Abend Sebastian Reuter.

Die Gratulationscour führte dann der Beigeordnete der Kreisstadt, Hans-Jürgen Juchem, an. Er wünschte dem neuen König nicht nur in dieser Funktion alles Gute, sondern auch als Arbeitskollege. Ahrweilers Ortsvorsteher Peter Diewald griff den Gedanken gleich auf und brachte Daniel Schopp auf die Idee, als Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Kosten des Königsabends ruhig noch im Etat des Kreisjubiläums, das an diesem Wochenende ebenfalls gefeiert wurde, unterzubringen.

Viele Hände musste Schopp, der seit 2011 auch Mitglied im Tambourcorps ist, schon oben auf dem Festplatz schütteln. Bürgerschützen-Hauptmann Jürgen Knieps und König Willi Busch gratulierten, aber auch die Aloisiusjugend, Vertreter der Lantershofener Sankt Lambertus Junggesellen und natürlich Theresa Ulrich, seit gut einer Woche Ahrweinkönigin.

Auch wenn ihr sicher lieber gewesen wäre, mit ihrem langjährigen Freund Vitus Appel als Majestäten-Duo in die Geschichte Ahrweilers einzugehen, so wie 1962 Marita Heinzen und Werner Mies – sie war Deutsche Weinkönigin, er Junggesellen-Schützenkönig – so kamen ihre Glückwünsche nicht minder von Herzen.

Als Daniel Schopp dann mit Einbruch der Dunkelheit vom Calvarienberg kommend unter dem Geläut von Sankt Laurentius und den Klängen von „Tochter Zion“ durchs Ahrtor in seine Heimatstadt einzog, da flossen die Tränen der Ergriffenheit auch bei einigen Ahrweiler Bürgern.

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