Asbacher Kickerinnen haben Löw-Truppe etwas voraus

Asbacher Kickerinnen haben Löw-Truppe etwas voraus

Mädels haben Titel als Rheinland-Vizemeister schon in der Tasche - D-Junioren des HFV wagen keine Prognose für Spiel gegen Portugal - Trainer Häger tippt auf Portugal

Asbach/Bad Honnef. Sie haben ihren Titel - im Gegensatz zur deutschen Nationalelf - schon in der Tasche, die Mädchen der C-Fußballjugendmannschaft des TuS Asbach. Am Sonntag sind sie Rheinland-Vizemeister geworden.

"Nur ganz knapp", so bedauert Trainer Carsten Dahlke, haben sie die oberste Stufe des Siegertreppchens verfehlt, "aber die Mädchen waren echt Klasse". An ihrem Erfolg könnten sich Ballack & Co. am Donnerstag im Viertelfinale gegen Portugal ein Beispiel nehmen. Und an der Leistung von TuS-Spielerin Eileen Weißenfels (14) obendrein: 52 Treffer hat die Torschützenkönigin in dieser Saison geschossen.

Kapitän Lioba Werner (15) weiß um die Vorzüge der Gruppe: "Mädchenmannschaften sind eher ausgewogen gleich stark. Sie gehen nicht so hart rein wie Männer und spielen nicht nur auf Sieg." "Wir foulen nicht so viel", wirft Franzi Bellinghausen (13) ein. Trotzdem, bedauert Lioba, "spielen Jungs meist noch besser, weil sie mehr gefördert werden".

Ungerecht finden das alle zwölf. Rasend macht sie, wenn während eines Spiels irgendein Zuschauer vom Rand brüllt: "Die kann nix." "Das ist unfair und nicht nur einmal passiert", sagt Anne Eulenbach (15). Kritisch sind die Fußballerinnen, die privat eng befreundet sind, auch im Hinblick auf die deutsche Elf.

Die hat bisher nicht wirklich gut gespielt, meinen Holland-Fan Anne und Aylin Arslan (13), die Portugal als Titel-Favorit sieht. Wenn die zwei, oder auch Ramona Hering (13) und Lena Anger (15), mit Freunden und Familie die EM-Spiele schauen, dann dürfen Jungs dabei sein. "Die stellen schon keine blöden Fragen", lacht Lioba. Und wenn, dann erklärt Torfrau Sabrina Schumacher (13) ihnen auch Abseits.

Mit seinem Tipp für das alles entscheidende Vorrundenspiel Deutschland gegen Österreich lag Yannick Schwichtenberg aus Buchholz goldrichtig: "Das gibt ein knappes 1:0 für Deutschland", orakelte der Spielführer der D-Jugend beim FV Bad Honnef (HFV). Punktlandung. Zur Frage, wer Europameister wird, da wagen die Jungs der Geburtsjahrgänge 1996 und 1997 allerdings noch keine eindeutige Prognose.

Die Niederländer waren absolut klasse, das Spiel gegen die mittlerweile ausgeschiedenen Franzosen bislang das beste im Turnier. Und die Portugiesen? Die sind natürlich auch richtig gut. Und um sie am Donnerstagabend überwinden zu können, da müssen sich Ballack, Lehmann & Co. wohl noch ganz schön was einfallen lassen, fachsimpeln die Nachwuchs-Kicker.

Eine lebhafte Diskussion entbrennt. Schon schade, wirft Antonios Papakonstantinou ein: Titel-Verteidiger Griechenland ist bereits auf dem Heimweg. Während Yannick, sein Bruder Robin oder auch Ben Hamacher und Lennart Dix zwischen den Stangentoren eine Trainingseinheit absolvieren, sitzen Torhüter David Klant, Janik Langbein, Jan Hiebert, Felix Leykum, Julian Kloft und andere auf der großen Wiese der Insel Grafenwerth im Kreis und debattieren drauf los.

Auf dem Platz an der Schmelztalstraße spielen kann der HFV-Nachwuchs, der in der nächsten Saison wahrscheinlich wieder mit elf Teams und so mit an die 160 aktiven Kindern und Jugendlichen an den Start gehen wird, zurzeit nicht: Der lang ersehnte Kunstrasenplatz wird gebaut.

Ein Super-Kompliment von Trainer Jürgen Häger für "seine" Junges gibt es obendrein: "Ein Super-Pass, wenn die National-Elf so spielt, dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen."

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