Bis Jahresende: Altenahr erwartet weitere 50 Flüchtlinge

Bis Jahresende : Altenahr erwartet weitere 50 Flüchtlinge

"Bisher kann jede Kommune im Kreis Ahrweiler die Aufnahme von Flüchtlingen schultern." Das sagte der Altenahrer Verbandsbürgermeister Achim Haag dem General-Anzeiger in seiner Funktion als Sprecher aller Hauptamtlichen Bürgermeister. Wichtig sei dabei die Koordination durch die Leiter der jeweiligen Sozialämter.

Aktuell sind in der Verbandsgemeinde Altenahr 75 Flüchtlinge untergebracht. Bis zum Jahresende rechnet Haag mit weiteren 50. Deren Unterbringung sieht Haag nicht als Problem an. Denn in seiner Kommune gebe es einige leerstehende Hotels, die quasi sofort genutzt werden könnten.

Auch seien etliche Häuser, die durch Generationswechsel in den Familien leerstünden, bezugsbereit. "Die Leute haben gebaut, das Elternhaus steht leer. Jetzt sind die froh, dass sie ihr 'Riesenproblem' Leerstand auf diese Weise lösen können", sagte Haag.

Diese Lösungen seien erheblich vorteilhafter als eine Gemeinschaftsunterbringung etwa in Turnhallen, denn durch den Bezug von Häusern in den Dörfern sei schon ein erster Schritt in Richtung Integration getan. Haag: "Das geht in Dörfern einfach besser." So gebe es denn auch keine Probleme in Kita oder Schulen. Vielmehr lobte Haag Kinder von Flüchtlingen, die schon vor einem Jahr in die Verbandsgemeinde gekommen seien.

Die Gefahr Karneval

"Die Schüler haben ganz schnell Deutsch gelernt, springen freiwillig sogar als Übersetzer ein." Wo das nicht klappe, gehe es "mit Händen und Füßen". So auch im Blasorchester Kesseling, wo mittlerweile Asylbewerber mit ins Horn blasen. Oder das ganze Dorf gemeinsam ein syrisches Fest gefeiert habe.

Einladungen zu Weihnachtsfeiern seien ebenso schon ausgesprochen wie das Mitmachen bei der Ferienaktion des Jugendbüros der Verbandsgemeinde. Und auch die Pfarreiengemeinschaft Altenahr mische bei der Hilfe für die Flüchtlinge kräftig mit.

Nur ein Problem sieht Haag auf die Flüchtlinge zukommen: den Karneval. Da müsse vermittelt werden, dass von Menschen, die zu Musik mit Gewehrattrappen durchs Dorf ziehen, oder Cowboy spielenden Kinder mit "Revolvern" keine Gefahr ausgeht. "Die kennen das nicht", so Haag.