Alanus Hochschule feiert Auszeichnung durch Wissenschaftsrat

Alanus Hochschule feiert Auszeichnung durch Wissenschaftsrat

Mögen manche beim Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika versonnen an Bern im Jahr 1954 denken, so freut sich Professor Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, dieser Tage viel mehr über das "Wunder von Alfter".

Alfter. Mögen manche beim Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika versonnen an Bern im Jahr 1954 denken, so freut sich Professor Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, dieser Tage viel mehr über das "Wunder von Alfter".

Genauer gesagt über die formelle Anerkennung durch den Wissenschaftsrat in Form der so genannten "institutionellen Akkreditierung" sowie über das Recht, im Fachbereich Bildungswissenschaft künftig auch Doktortitel verleihen zu können. Gejubelt haben Professoren, Dozenten und Studenten schon am 10. Mai und auf dem Campus die Sektkorken knallen lassen.

Am Mittwoch folgte die offizielle Feierstunde mit NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart, Hermann Tengler (Leiter der Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises) und Gabriele Uelsberg (Direktorin des LVR-Landesmuseums Bonn) sowie Professor Horst Philipp Bauer, geschäftsführender Vorstand der Software AG Stiftung aus Darmstadt, die als Hauptförderin unter anderem auch 14 Millionen Euro in den Bau des neuen Campus an der Villestraße investiert hat.

Und gerade dieser Campus ist zum Aushängeschild der neuen Alanus Hochschule geworden. Den Meilenstein setzte die staatliche Anerkennung im Jahr 2002. Ihr folgte im Abstand von einigen Jahren nun die institutionelle Akkreditierung, bei der überprüft wird, ob die Hochschule in Forschung und Lehre den Maßstäben entspricht.

Eine Anerkennung direkt für zehn Jahre ist jedoch eher die Ausnahme, wie Pinkwart hervorhob. Die meisten Hochschulen können sich über das Gütesiegel des Wissenschaftsrates für fünf oder drei Jahre freuen, andere bekommen es gar nicht. Die Alanus Hochschule jedoch habe in den vergangenen acht Jahren ihr Potenzial in Forschung und Lehre eindrucksvoll bewiesen und eine "Meisterleistung" abgeliefert, wie Pinkwart ergänzte.

Das mache sie zum attraktiven Partner, auch für die Bonner Universität. An diese Zusammenarbeit ist schließlich auch die zunächst auf fünf Jahre befristete Vergabe der Promotion geknüpft. Und es stehe, so Pinkwart, zu erwarten, dass ihr weitere folgen werden. So auch im Fachbereich Wirtschaft, der sich derzeit noch im Aufbau befinde. Der Master-Studiengang startet zum Wintersemester 2010/2011.

Professor Bauer ging in seiner Ansprache auf die Herausforderungen ein, die mit der Akkreditierung verbunden sind. Um sich in der deutschen Hochschullandschaft zu behaupten und die eigene Position in den nächsten Jahren weiter auszubauen, sei es erforderlich, eigene Visionen zu verfolgen um sich vom Mainstream abzuheben. Dazu gehöre zweifelsohne auch die gezielte Förderung des akademischen Nachwuchses und der eigene Exzellenzanspruch.

Seinen persönlichen Respekt drückte Bauer mit einem Zitat Dantes aus: "Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie an und handelt." Der Weg allerdings sei lang und mitunter auch recht steinig gewesen, wie der Rektor sich erinnerte. Hinter dem Wunder steckte viel Arbeit. Auch um die Skeptiker zu überzeugen, die einer privaten Hochschule eine solche Entwicklung oder gar Anerkennung vor zehn Jahren wohl kaum zugetraut hätten. "Doch Forschung und Lehre sind für uns kein Selbstzweck. Im Mittelpunkt stehen immer die Studierenden", wie Marcelo da Veiga abschließend hinzufügte.

Mehr von GA BONN