Flüchtlinge in Ahrweiler: Akademie nimmt 153 Menschen auf

Flüchtlinge in Ahrweiler : Akademie nimmt 153 Menschen auf

153 Flüchtlinge aus Syrien, die über die Ungarn-Route nach Deutschland eingereist sind, haben seit Samstagabend eine vorläufige Bleibe in der Kreisstadt, genauer gesagt in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ).

Diese gehört zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn (BBK), das mit der Bereitstellung der Akademie als Erstaufnahmestation kurzfristig einem Amtshilfeersuchen der rheinland-pfälzischen Landesregierung nachkam.

Die Akademie verfügt ob ihres Lehrbetriebes über die notwendige Infrastruktur. In Sälen baute das Technische Hilfswerk Sinzig Betten auf. Hinzu kamen am Samstag noch ein zusätzliches Schlafzelt und ein Begegnungszelt sowie ein großes Verpflegungszelt. Die Vorbereitungen funktionierten.

Ärzte des Gesundheitsamtes, der Ausländerbehörde und auch Mitarbeiter des Jugendamtes standen bereit. "Alles in Amtshilfe", wie Landrat Jürgen Pföhler vor Ort dem GA erklärte. Zudem hatte der Kreis für Dolmetscher gesorgt, unter ihnen auch Mediziner syrischer Abstammung.

Nur wann und wie viele Flüchtlinge aus Bayern in Ahrweiler ankommen würden, darüber gab es auch für den Einsatzstab nur spärlichste Informationen. Denn Ursprünglich war die Abreise in Bayern schon für Freitagabend vorgesehen, es wurde Samstagmorgen. Einzige Mitteilung aus Bayern: "Zwei Busse sind unterwegs."

Derweil löste eine Telefonkonferenz zwischen dem federführenden Mainzer Integrationsministerium, BBK und AKNZ die nächste ab, um den traumatisierten Flüchtlingen, denen es, so eine Ministeriumssprecherin, "auch gesundheitlich nicht gerade gut geht, ein möglichst sanftes Ankommen ohne Rummel zu ermöglichen".

Daher gab es auch "Spielregeln" für die Medien: "Kein Kontakt zu den Flüchtlingen, kein Blitzlichtgewitter." 60 Helfer von THW, AKNZ und DRK übten sich in Geduld. Denn niemand wusste, wo die Busse gerade steckten und der angekündigte Ankunftstermin 14 Uhr, zu dem auch die Medien das Gelände verlassen mussten, war längst verstrichen.

Hermetisch abgeriegelt zeigte sich denn auch die AKNZ, als der erste Bus um 16.50 über die Ramersbacher Straße anrollte. Der zweite kam eine halbe Stunde später. Nur auf Weisung von Beate Coellen, Leiterin des BBK-Präsidialbüros, öffneten sich Tore und Schranken, um sie nach dem Passieren des Busses umgehend wieder zu schließen. Sie war es auch, die den Flüchtlingen noch im Bus ein kurzes "welcome" sagte.

"Wir sind froh, dass wir den Leuten helfen können. Sie haben Hilfe bitter nötig", hatte morgens Akademie-Chef Thomas Mitschke erklärt. Er erläuterte auch das Prozedere: "Zuerst kommt die Verpflegung, dann die Registrierung durch das DRK und ein ärztlicher Check. Dann können sich die Flüchtlinge so gut es geht in den Unterkünften einrichten." Wie lange die Gäste bleiben, dahinter setzte er ein Fragezeichen. Zufrieden zeigte er sich mit den Vorbereitungen.

"Wir sind Freitagmittag um Amtshilfe gebeten worden, seit Freitag 20 Uhr sind wir bereit. Da haben sich die Pläne aus unseren Schubladen bewährt." Der Hausherr kündigte an, dass der Lehrbetrieb weitergehen solle. "Von der Begegnung von Seminarteilnehmern und Flüchtlingen versprechen wir uns Positives." Die Amtshilfe betreffe die 153 Flüchtlinge, ob weitere hinzukämen sei offen. Die Verpflegung der Menschen könne durch die Kantine sichergestellt werden.

Anerkennung für die Arbeit in Ahrweiler gab es dann schon am Samstagabend von Integrationsministerin Irene Alt: "Ich danke dem Bundesamt für seine Unterstützung. Dank des großen Engagements aller politischen Ebenen und Akteure und der vielen freiwilligen Helfer gelingt es uns, die Herausforderung zu meistern."