Tag der offenen Tür: Ahrweiler Tafel wird Aufnahmestopp wohl aufheben

Tag der offenen Tür : Ahrweiler Tafel wird Aufnahmestopp wohl aufheben

Zu einem Tag der offenen Tür hatte die Ahrweiler Tafel eingeladen. Dabei wurde ein ganz normaler „Tafeltag“ nachempfunden - ohne Kunden.

Die Ahrweiler Tafel kennt mittlerweile fast jedes Kind. Denn nach dem Motto „Verteilen statt vernichten“ sammelt das ökumenische Gemeinschaftsprojekt von Caritas, Evangelischer Kirchengemeinde, Dekanat Ahr-Eifel und Diakonie seit nunmehr elf Jahren Lebensmittel von Supermärkten und Händlern ein, um sie an Bedürftige zu verteilen.

Mit dem Tag der offenen Tür boten die Verantwortlichen die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen des Tafelbetriebes zu schauen.In der Ausgabestelle Ahrweiler wurde ein normaler „Tafeltag“ nachempfunden - ohne Tafelkunden. Rund 25 Personen folgten dem Aufruf im Vorfeld und brachten Lebensmittel mit.

Eine ältere Dame hatte etwa die heimische Speisekammer durchforstet und von Konserven über Gurkengläser und Ketchup einen ganzen Korb voller Nahrungsmittel abgegeben. Ihr Mann sei verstorben, sodass sie diese Produkte nicht mehr würde verwerten können. „Sämtliche Lebensmittel, die an diesem Tag übergeben wurden, werden am Donnerstag an die Tafelkunden verteilt“, kündigte die hauptamtliche Koordinatorin der Caritas, Christiane Böttcher, an.

Bald wieder offen für neue Kunden?

Nach dem Rekordjahr 2016, als 1024 Menschen von der Tafel versorgt wurden, sind es in diesem Jahr 998 Personen, die auf die Hilfe der Ahrweiler Tafel angewiesen sind. Durch den Andrang im vergangenen Jahr sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, einen Aufnahmestopp zu verhängen.

Berücksichtigt wurden vor allem Bedürftige ab 65 Jahren, Alleinerziehende und Familien mit Kindern. „Die Situation hat sich mittlerweile wieder normalisiert, sodass wir darüber nachdenken, die Aufnahmekriterien wieder abzuschaffen“, erklärt Christiane Böttcher. Darüber werde die Steuerungsgruppe Mitte Oktober entscheiden.

Mit 70 Lebensmittelgeschäften ist die Zahl der „Lieferanten“ seit Jahren konstant. Hinzu kommen immer wieder Spenden wie die des Remagener Trinkkontors, das kürzlich 60 Kästen Zitronenlimonade zur Verfügung gestellt hat. Da die Tafel ohne öffentliche Gelder auskommen muss, ist sie auf Spenden angewiesen. „Wir benötigen etwa 60 000 Euro pro Jahr, um den Betrieb am Laufen zu halten“, rechnet Böttcher vor.

Ein Segen sei auch das neue Tafelfahrzeug, das demnächst ausgeliefert wird. Dass die dafür benötigten Gelder in Höhe von 42 000 Euro zusammengekommen seien, sei im Wesentlichen fünf Hauptsponsoren zu verdanken.

Neuer Transporter ersetzt Privatfahrzeuge

Das neue Transportfahrzeug soll am 16. Oktober in Bad Neuenahr offiziell vorgestellt und eingesegnet werden. „Das Fahrzeug war nötig, mussten die Lebensmittel doch teilweise mit Privatautos abgeholt werden“, sagt Kuno Herchenbach, der als Fahrer zu den derzeit 117 ehrenamtlichen Helfern zählt, ohne die die Tafel ihre wichtige Aufgabe nicht erfüllen könnte.

Neben den Fahrern und Helfern, die beim Sortieren und der Ausgabe der Lebensmittel mitarbeiten, engagieren sich rund 20 Personen bei der Tafel plus. Sie zeigen den Kunden, wie Lebensmittel zubereitet werden, begleiten die Menschen bei Behördengängen, übernehmen Lesepatenschaften und betreuen Kinder im Projekt „Balu und Du“.

Weitere Mitarbeiter sind stets willkommen. So hat sich Christiane Böttcher sehr darüber gefreut, dass sich am Samstag fünf Besucher in die Helferliste eingetragen haben. Sie würden demnächst zu einem Infotreffen eingeladen.

Anschließend erhalten sie in einer Hospitationsphase Einblick in die Praxis, bevor sie entscheiden können, in welchem Bereich sie eingesetzt werden möchten.

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