Wein-Kultur-Sommer in Dernau : Erste große Open-Air-Weinprobe

Dernau lud zum Wein-Kultur-Sommer. Ein bisschen war es wie Vor-Corona-Zeiten, meinten die Besucher. Die Veranstaltung war jedoch stark modifiziert.

„Unsere Gäste sind dankbar und zufrieden, dass sie wieder ein wenig wie vor Corona leben können“, sagt Ingrid Näkel-Surges vom Vorstand des Verkehrsvereins Dernau. Der Festplatz ist belebt, alle zwölf Weingüter aus dem Ort und die Dagernova-Genossenschaft bieten an Ständen ihre Weine an. Musik spielt. Bei kölschen Tön und Dernauer Wein haben viele Besucher die Bänke besetzt. Sie freuen sich an dem warmen, trockenen Samstagnachmittag sichtlich über die Gelegenheit, beisammen zu sein und die guten Tropfen zu genießen.

Eine Gruppe fröhlicher junger Frauen aus Linz hatte eigentlich zum Weinfrühling kommen wollen, angesichts der Pandemie fand der aber nicht statt. Darum haben sich die Linzerinnen für die stark modifizierte Veranstaltung „Dernauer Wein-Kultur-Sommer“ am Wochenende auf dem Festplatz entschieden. Das Angebot finden sie „ganz in Ordnung“. „Wir haben das Beste daraus gemacht und sind schon 14 Kilometer weit gewandert“, berichten sie.

Kurgäste aus Dresden feiern mit. Für vier Wochen haben sie sich auf dem Mayschosser Campingplatz einquartiert, die Dresdenerin war drei Wochen in Bad Neuenahr zur Kur, die ist zu Ende, das Knieproblem gelöst, eine Ferienwoche haben sie angehängt.

„Die Veranstaltung hier ist sehr ansprechend, man kann auf kleinem Raum alle Winzer des Orts kennenlernen, toll, dass wir so etwas nach der langen Enthaltsamkeit wieder machen dürfen“, freuen sie sich. Wenn es sie sonst im Urlaub eher ans Meer zieht, haben sie jetzt doch die Landschaft der Ahr schätzen gelernt und fühlen sich „freudig überrascht“.

Blanc de Noir ist der Renner am Wochenende

Gefallen finden auch zwei Bornheimer an dem Angebot, sie sind gezielt zur Ersatzveranstaltung für den ausgefallenen Wein-Frühling gekommen und auch schon ein Stückchen gewandert. An die Ahr kommen sie öfter, und an dem warmen Sommertag genießen sie ihren kühlen Rosé. Damit liegen sie nicht ganz im Trend. Blanc de Noir ist insgesamt der Renner am Wochenende, wie Thorsten Krämer am Stand der Weingüter Gebrüder Bertram, Hofgarten und Sektwerk festgestellt hat.

Am gemeinsamen Stand der Weingüter Kriechel, Heiner und Kreuzberg hat Franziska Sporon gerade Dienst. „Das Publikum ist sehr angenehm, die Menschen sind entspannt und freuen sich nach so langer Zeit über den Kontakt zu anderen und über etwas Geselligkeit“, sagt sie. Wichtig ist für sie, dass alle Dernauer Weingüter mitmachen.

Es war vor allem ein Anliegen der Winzerbetriebe, ihre Erzeugnisse gemeinsam anzubieten, berichtet Näkel-Surges, „sie sind auf uns zugekommen“. Und sie erzählt, wie schwer es war, eine Genehmigung für die Veranstaltung durchzukämpfen. Schließlich klappte es dank der neuen Corona-Verordnung. So dürfen bis zu 350 Menschen auf den Platz.

Mit Mund- und Nasenschutz sowie desinfinzierten Händen haben sie Zutritt, Namen und Adresse geben sie an, mit durchnummerierten Armbändchen kontrolliert der Verkehrsverein die Besucherzahl. Beim geselligen Plausch darf die Maske fallen.

„Ein Anfang ist gemacht.“

Näkel-Surges freut sich, dass viele Wanderer dabei sind, schon gegen Mittag kam ein Bus aus Düsseldorf. „Sie haben Wein probiert, sind dann gewandert und waren nach drei Stunden wieder hier“, berichtet sie. Gut angenommen wurde auch die von der Genossenschaft angebotene Panoramawanderung, viel Anklang fand das Projekt Blanc de Noir Feeling. Gabi Kriechel führte zu zehn Winzerbetrieben, die Wein anboten und über ihre Betriebe und die Familien berichteten.

Weinpakete „to go“ waren auch im Angebot und viele Gaststätten und Weinstuben aus dem Ort hatten sich der Aktion angeschlossen, sodass sich Dernau den Besuchern bestens präsentieren konnte. Erleichtert meinte Verkehrsvereins-Sprecherin Näkel-Surges: „Ein Anfang ist gemacht.“