1. Region
  2. Ahr & Rhein

E-coli-Bakterien: Wasser im Kreis-Teilen nicht mehr verunreinigt

E-coli-Bakterien : Wasser im Kreis-Teilen nicht mehr verunreinigt

Aufatmen in der Grafschaft und in den östlichen Stadtteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler: Seit Mittwochabend ist das Abkochgebot für Trinkwasser aufgehoben.

Nach 15-tägigem Ausnahmezustand wurde nun Entwarnung gegeben. Die zuletzt durchgeführten Wasserproben wiesen keine Verunreinigungen mehr auf.

Seit Mittwoch, 3. September, konnten rund 30 000 Menschen in etwa 20 000 Haushalten in der Kur- und Heilbadstadt Bad Neuenahr (Werbeslogan "Wasser ist unser Element") sowie auf der gesamten Grafschaft das Leitungswasser nicht mehr ohne Weiteres zum Zähneputzen oder Kochen nutzen. Selbst das Spülwasser musste abgekocht werden, vom Gebrauch von Spülmaschinen wurde abgeraten. Nachdem die Behörden E-coli-Bakterien im Leitungsnetz festgestellt hatten, wurde von der Kreisverwaltung ein Abkochgebot erlassen. Mit Lautsprecherdurchsagen und Flugblättern wurde die Bevölkerung vor der Nutzung des Wassers gewarnt.

Lange dauerte es, bis die Ursache für die Trinkwasserverunreinigung im mehr als 400 Kilometer langen Wassernetz gefunden war. Mit Hilfe des Bonner Professors und Direktors des Hygieneinstitutes, Martin Exner, der vom Ahrweiler Kreisgesundheitsamt als Experte hinzugezogen worden war, fand man am Mittwoch, 10. September, heraus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit in Werthoven mit Fäkalien verunreinigtes Regenwasser in einen Belüftungsschacht in undichte Leitungen des ansonsten geschlossenen Trinkwassersystems eingedrungen war. Unabhängig davon wurden in einem nachgeschalteten Netzanteil der Gemeinde Grafschaft Hydrantenbauarbeiten in Lantershofen als mögliche weitere Eintragsquelle ermittelt. Dementsprechend geht der Bonner Experte zurzeit von mindestens zwei getrennten Störfällen aus.

Exner bezeichnete die Ursachensuche als "äußerst komplex und schwierig". Zahlreiche Hochbehälter, mehrere Wasserwerke, Pumpwerke und Druckerhöhungsanlagen mussten gereinigt, gespült und gechlort werden. Mehrere tausend Proben habe man in den vergangenen vierzehn Tagen gezogen und analysiert, ehe nun gestern Entwarnung gegeben werden konnte.

In der Bevölkerung gab es in den beiden Wochen des Ausnahmezustandes wachsenden Unmut. Beklagt wurde insbesondere eine mangelnde Informationspolitik. Der für Bad Neuenahr zuständige Wasserversorger Energieversorgung Mittelrhein (EVM) verwies auf die Kreisverwaltung, die für den Informationsfluss zuständig sei. Die Fastfoot-Kette "Burger King" hatte in Bad Neuenahr wegen der Trinkwasserverunreinigung gar eine Filiale geschlossen.

Mehr lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des General-Anzeiger.