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Unterricht im Schichtbetrieb: So läuft der Schulanfang in Corona-Zeiten im Kreis Ahrweiler

Unterricht im Schichtbetrieb : So läuft der Schulanfang in Corona-Zeiten im Kreis Ahrweiler

Die Schulen im Kreis Ahrweiler haben sich mit viel Aufwand auf die Wiederaufnahme des Unterrichts vorbereitet. Die Krise macht erfinderisch: Mit strengen Hygiene-Regeln, Abstand, „Einbahnstraßen-System“ und Schichtbetrieb will man Infektionsgefahren bannen.

Unterricht im Schichtbetrieb, strenge Regeln zu Hygiene und Abstand: Mit zahlreichen Vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lernen viele Schüler ab Montag wieder in ihren Klassenzimmern. Annette Gies, Leiterin des Gymnasiums Calvarienberg in Ahrweiler, erwartet etwa Jugendliche der elften und zwölften Jahrgangsstufe sowie Zehntklässler zurück – allerdings nur rund die Hälfte.

Denn der Präsenzunterricht ist laut Land zunächst für höchstens 15 Schüler pro Klasse vorgesehen. Die restlichen Jugendlichen lernen nächste Woche also noch zu Hause, ehe dann gewechselt wird. Dies soll dafür sorgen, dass der vorgeschriebene Abstand von anderthalb Metern in den Klassenräumen eingehalten werden kann.

Ein weiteres Mittel, um den Mindestabstand einzuhalten, ist am Gymnasium Calvarienberg eine „Einbahnstraßenregelung“ für den Flur, die Gies und ihre Kollegen festgelegt haben. Diese bietet sich Gies zufolge an, da man durch das gesamte Schulgebäude „im Kreis“ gehen könne.

Ferner sei gemeinsam mit der an der gleichen Adresse beheimateten und von der gleichen Stiftung getragenen Realschule Calvarienberg das vom Land vorgeschriebene Hygienekonzept ausgearbeitet worden. Demnach müssen sich die Schüler nach der Pause, nach dem Anfassen von Geländern sowie vor und nach dem Essen die Hände waschen. Dafür seien zusätzliche Seifenspender und Handtücher angeschafft worden.

Am Rhein-Gymnasium in Sinzig haben die am Montag erwarteten Jahrgänge ein eigenes Stockwerk oder sogar ein eigenes Gebäude zur Verfügung. Schulleiter Jens Braner zufolge bezieht die zwölfte Jahrgangsstufe den zweiten Stock im Hauptgebäude, während die elfte Jahrgangsstufe im ersten Stock untergebracht wird. Den Neubau haben die Zehntklässler für sich allein. Auch dort gilt, dass zunächst jeweils etwa die Hälfte der Schüler im wöchentlichen Wechsel unterrichtet wird. „Damit können wir die Ströme gut lenken“, ist Braner überzeugt.

Indes bleibt am Rhein-Gymnasium auch eine Reihe von Lehrern weiter zu Hause. Zehn der 62 Mitglieder des Kollegiums, so berichtet Barner, können aufgrund des sich nach wie vor ausbreitenden Coronavirus nicht zurückkehren, da sie zu einer Risikogruppe gehören. Das heißt, sie sind beispielsweise älter als 60 Jahre oder mit Vorerkrankungen belastet. Schülern, die an schweren Krankheiten leiden, empfiehlt das Land ebenfalls, weiter zu Hause zu bleiben.

Neben den höchsten Jahrgangsstufen an den weiterführenden Schulen muss auch die erste Hälfte der Viertklässler an den Grundschulen ab Montag wieder zum Unterricht erscheinen. Sie sollen auf den anstehenden Schulwechsel vorbereitet werden. Den Kindern dürfte es besonders schwer fallen, sich an die Corona-Regeln zu halten. „Die Klassenlehrer verbringen erst einmal viel Zeit damit, zu erklären“, prognostiziert Anjo Närdemann, Leiterin der Grundschule Remagen. Ihre Kollegen seien momentan sehr beschäftigt. Von „Corona-Ferien“ zu sprechen, verbitte sich daher.

Was die Hygienevorschriften angeht, so würden morgens als erstes die Hände desinfiziert. Ein Praktikant kontrolliere, dass die Kinder sich die Hände gründlich waschen. Ein Hütchen vor dem Klo soll anzeigen, ob es besetzt ist. Nach dem Toilettengang sollen die Kinder es mit dem Fuß zur Seite schieben. Die drei vierten Klassen an ihrer Schule, so Närdemann, würden zu verschiedenen Zeiten in die Pause geschickt. Auf dem Schulhof sei für jede Klasse zudem eine eigene Zone eingerichtet worden. Dort und auf dem Schulweg mit Bus und Bahn müssen sie auch eine Schutzmaske tragen. Grundsätzlich sollten die Eltern dies sicherstellen.

Allerdings unterstützt die Landesregierung die Schulträger mit 430.000 einfachen Mund-Nase-Masken für den Fall, dass Schüler ohne Maske zur Schule kommen. Das 2,5 Millionen Euro teure Paket „Gute Hygiene zum Schulstart“ der Landesregierung umfasst außerdem 70.000 Liter Desinfektionsmittel.