Schloss Ernich in Remagen: Weichen für First-Class-Hotel gestellt

Planungsrechtliche Weichen gestellt : Schloss Ernich in Remagen wird bald First-Class-Hotel

Schloss Ernich in Remagen bekommt dank Filmproduzent Ulrich Felsberg eine neue Zukunft. Das über dem Rhein zwischen Oberwinter und Remagen thronende Schloss soll Hotel werden.

Die ersten planungsrechtlichen Weichen sind gestellt: Das über dem Rhein zwischen Oberwinter und Remagen thronende Schloss Ernich, einst Residenz des französischen Botschafters, soll Hotel werden. Gegen den von der Stadt eingeleiteten Bebauungsplan gab es keine nennenswerten Einwände. Die nachvollziehbaren Auflagen sind: Drohende Eingriffe in den benachbarten Waldrand sollen auf ein Mindestmaß beschränkt werden, Fauna und Flora müssen beachtet werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die Pläne des Ernich-Eigentümers Ulrich Felsberg bekanntgemacht. Der 67-jährige Filmproduzent, der sich im internationalen Filmgeschäft mit Streifen wie „Buena Vista Social Club“ oder „Bis ans Ende der Welt“ einen Namen gemacht hat, ist seit 2006 Eigentümer des 1906 vom Kölner Großindustriellen Arnold von Guilleaume im Neobarockstil erbauten Schlosses, in dem bis 1999 die französischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland ihr Domizil hatten. Nach dem Regierungsumzug nach Berlin war die imposante Immobilie verwaist, Felsberg kaufte sie von der französischen Republik.

Sein Plan: Auf dem Plateau, das eine Fernsicht auf das gesamte südliche Rheintal bietet, soll ein Hotel mit etwa 90 Zimmern und Suiten, Seminar- und Kongressräumen, zwei Restaurants und Wellnessbereichen entstehen. Eine gastronomisch betreute Außenterrasse soll Ausflügler locken, zudem sind ausreichend Parkplätze für die Hotelgäste und Besucher in der Planung berücksichtigt.

Das Schloss einschließlich der dazugehörigen Gebäude wie Haupthaus, die ehemalige Remise, das Gärtnerhaus, Torhaus, Pumpenhaus sowie zwei massive Pavillons und Schlosspark stehen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Die Bausubstanz soll erhalten bleiben. Allerdings wird es auf dem Plateau an den jeweiligen Randbereichen – so die Planung – Neubauten für den Hotelbereich geben, die aus dem Tal allerdings nicht sichtbar sein sollen.

„Durch die Aufstellung des Bebauungsplans und die damit verbundene Schaffung des Baurechts für eine gastronomische Einrichtung soll die denkmalgeschützte Anlage mit der Lage auf der Rheinhöhe und einem daraus resultierenden Blick in das Mittelrheintal auch für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden“, erklärte die Stadt in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Insbesondere für den Tourismus in der Region werde so ein qualitativ hochwertiges Angebot geschaffen.

Schloss wurde aufwendig restauriert

Felsberg kaufte das Schloss vor dreizehn Jahren und ließ es aufwendig restaurieren. Wie hoch nun die Gesamtkosten für sein ehrgeiziges Vorhaben sein werden, ist offiziell nicht bekannt. Felsberg dementierte jedoch bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem General-Anzeiger nicht, dass sicherlich 30 Millionen Euro investiert werden müssen, um das ambitionierte Projekt zu realisieren.

In Remagen zeigte man sich von Anfang an wohlwollend den Hotel-Plänen gegenüber. Ein Bebauungsplanverfahren wurde im Sommer des vergangenen Jahres auf den Weg gebracht, wobei naturgemäß die von der Planung betroffenen Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt wurden. Widerstände gegen das Vorhaben gab es bislang nicht.

In einem städtebaulichen Vertrag ist geregelt, dass Felsberg alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Bebauungsplanverfahren entstehen, zu übernehmen hat. Da das Vorhaben mit Eingriffen in Natur und Landschaft einhergehen wird, ist Felsberg gehalten, Kompensationen zu verwirklichen: Gedacht ist an die Rekultivierung von Trockenmauern in Walporzheim.

Römerstadt hätte wieder ein besonderes Aushängeschild in ihrer Hotelle­rie

Wenn der Remagener Stadtrat nun dem Bebauungsplan zustimmt, ihn als Satzung verabschiedet und der städtebauliche Vertrag vom Bürgermeister unterschrieben ist, kann Felsberg seinen Bauantrag einreichen. In rund zwei Jahren könnten die ersten Hotelgäste in Empfang genommen werden. Die Römerstadt hätte dann wieder ein besonderes Aushängeschild in ihrer Hotelle­rie, die sich dank des vor einem Jahr eröffneten Innenstadthotels positiv entwickelt hat.

Offen bleibt derweil, ob das am Rhein geplante Hotel „The Bridge“ an den von der einstigen Rheinbrücke übriggebliebenen Brückenpfeilern eine Chance hat. Wie mehrfach berichtet, soll es zwar sowohl einen Investor als auch Betreiber-Interessenten geben: In trockenen Tüchern ist jedoch auch nach jahrelanger Planung nichts.