Heimersheim: Sankt Mauritiuskirche wird weiter saniert

Heimersheim : Sankt Mauritiuskirche wird weiter saniert

Sie gilt als besonderes Kleinod im Kreis Ahrweiler, als kunsthistorischer Schatz: die Sankt Mauritiuskirche in Heimersheim. Nach zehn Jahren Arbeit an der statischen Sicherung und Dachsanierung steht nun die innere Instandsetzung bevor.

Das Gotteshaus war 1222 als gewölbte Emporenbasilika mit Querhaus und 60 Meter hohem Vierungsturm entstanden. Mit 30 000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten. Am Montag wurde der Fördervertrag überreicht. Bezahlt werden soll mit dem Geld ein Teil der Erneuerung des Bodenbelages im Mittelschiff.

"Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut, worauf die spätromanische Formensprache als Erbauungszeit schließen lässt", erläuterte Erich Engelke von der Stiftung Denkmalschutz. Das Langhaus sei vermutlich von einem Vorgängerbau übernommen und später umgestaltet worden. Der Bau ist innen wie außen reich mit Blendbögen, Lisenen, Diensten und Kapitellen gegliedert.

Von ganz besonderem kunsthistorischen Wert seien die bauzeitlichen spätromanischen Glasmalerei-Fenster im Chor, die zu den ältesten Kirchenfenstern Deutschlands zählen, so Pfarrer Herbert Ritterrath. Dargestellt sind Heilige, die Verkündigung und die Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi. 1960 wurde dem Bauwerk ein Anbau angegliedert, der wie eine eigenständige Kirche wirkt.

Immer schon traten in dem Gotteshaus Mauerwerksschäden aufgrund des zu feuchten Erdreichs auf. Setzungen und ein schiefer Kirchturm waren die Folge. Hinzu kam, dass das Mauerwerk nicht homogen war. Ab 2006 erfolgten die statischen Sicherungen, das Mauerwerk wurde stabilisiert, das Dach saniert. Kosten: Mehr als eine Million Euro. Nun soll es an das Innere der Kirche gehen.

Restaurierungsbedarf gibt es nicht nur an den Kirchenfenstern, sondern auch am Fußboden. Er soll auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt werden. "Dabei", so Ortskurator Engelke, "muss auf archäologische Grabungsfunde Rücksicht genommen werden." Schließlich hatte man Reste einer römischen Villa oder auch römische Gräber gefunden.Seit 2001 ist die Kirche geschlossen. Wann mit einer Wiedereröffnung zu rechnen ist, vermochte Pfarrer Ritterrath nicht zu sagen.

Nach und nach soll der steinerne Kunstschatz wiederhergestellt werden. Beeindruckt zeigten sich gestern auch Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil und Kreisbeigeordneter Horst Gies, die der Übergabe der 30.000 Euro durch die Stiftung Denkmalschutz beiwohnten. Sankt Mauritius in Heimersheim ist eines von 130 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mitteln der "Glücksspirale", der Rentenlotterie von Lotto, bisher alleine in Rheinland-Pfalz fördern konnte.