Nostalgiebad: Sanierung des Thermalbades in Sinzig wird teurer

Nostalgiebad : Sanierung des Thermalbades in Sinzig wird teurer

Die Sanierung des Bad Bodendorfer Nostalgiebades wird viel teurer als angenommen. 1,4 Millionen Euro hatte man eingeplant, nun sollen plötzlich 2,1 Millionen Euro investiert werden.

Böse Überraschung für die Sinziger Kommunalpolitiker: Die geplante Sanierung des für den Tourismus der Stadt so wichtigen Thermalbades in Bad Bodendorf wird empfindlich teurer als gedacht. 1,4 Millionen Euro hatte man, auf zwei Haushaltsjahre verteilt, im Etat berücksichtigt. Nun sollen es plötzlich 2,1 Millionen Euro sein, die investiert werden müssen. Im Haupt- und Finanzausschuss zeigte man sich wenig amüsiert – eine Entscheidung, wie es nun weitergehen soll, kam nicht zustande.

Dies sehr zum Leidwesen von Badbetreiber Frank Riffel und dem Förderverein, der sich den Erhalt des aus den 1930er Jahren stammenden Nostalgiebades auf die Fahnen geschrieben hat. Deren Vorsitzender Hans Diedenhofen: „Eine Verschiebung der dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen halte ich nicht für möglich. Auch beim Gesundheitsamt erwartet man, dass schnell gehandelt wird. Es wird alles nicht billiger, wenn die Arbeiten zeitlich geschoben werden.“ Zudem sei das Bad für das Schulschwimmen unverzichtbar.

Hauptbecken soll mit Stahlwannen ausstaffiert werden

Wie mehrfach berichtet, sollen das 29 Meter lange Hauptbecken sowie die beiden kleinen Kinderbecken mit Stahlwannen ausstaffiert werden, da sich lösende Fliesen zum Dauerärgernis geworden sind. Außerdem soll die Erneuerung der Technik zwingend erforderlich sein, um allen Hygienevorschriften Rechnung zu tragen. Anfang Dezember – so berichtete die Stadtverwaltung – fand eine Abstimmung mit dem beauftragten Planungsbüro und dem Schwimmbadbetreiber über die künftige technische Ausstattung des Thermalbades statt.

Die daraus resultierenden finanziellen Auswirkungen flossen offenkundig nicht in voller Höhe in den gerade erst vor vier Wochen beschlossenen Haushalt ein. Dort hatte man 1,4 Millionen für die Maßnahme veranschlagt. Nun werden es aber plötzlich 2,1 Millionen Euro.

Die Planer stellten in Aussicht, im Herbst mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Baderöffnung könne dann zu Ostern 2021 sein. Was allerdings einer schnellen Entscheidung der städtischen Gremien bedürfe, obwohl eigentlicher Bauträger die „Bad Bodendorf-Kurbad GmbH“ ist, deren einziger Gesellschafter die Stadt ist, vertreten durch Bürgermeister Andreas Geron, der mutterseelenallein in der Gesellschafterversammlung sitzt.

„Die Kosten sind sauber und ehrlich durchkalkuliert“, hieß es aus dem Planungsbüro. Im Ausschuss gab es angesichts der präsentierten Zahlen alles andere als Begeisterung. Die Planungen nahm man zunächst zur Kenntnis, ohne ihnen zuzustimmen. Die Fraktionen wollen nun miteinander sprechen und abstimmen, wie es mit dem Bad weitergehen soll. Der Förderverein startet unterdessen seine bereits genehmigte Haustür- und Büchsensammlung und hofft auf Spenden.