Karnevalsumzug in Heimersheim: Rentnerrevolte und Babyparade zu Ehren der Tollitäten

Karnevalsumzug in Heimersheim : Rentnerrevolte und Babyparade zu Ehren der Tollitäten

Mit dem Pippi Langstrumpf-Lied und einer rollenden "Villa Kunterbunt" verbreiteten die "Kellerkinder" schon vor dem Start des Heimersheimer Karnevalsumzugs in den Straßen gute Laune, Verstärkung von 20 Freunden aus dem niedersächsischen Uelzen inklusive: "Zwei mal Drei macht Vier, Widdewiddewitt und Drei macht Neune. Ich mach' mir die Welt wie sie mir gefällt."

Die Welt dazu gefiel nicht nur Prinz Werner I. (Schmidt) und dem Kinderprinzenpaar Nadja I. (Gatto) und Tobias I. (Gäb) so bunt unterm eher trüben Himmel. Da kamen die Herren in Himmelblau des Stammtischs Südseite gerade recht: Zwar schon 25 Jahre wird der Stammtisch alt, aber seine Mitglieder liefen noch als Babys im Laufstall mit.

Eine eigene "Rentnerrevolte" zettelten hingegen die Ahrtaler Gartenfreunde an: "Die Alten steh'n im Mittelpunkt. Wir tun uns'ren Unmut kund", erklärten die rund 60 jungen Leute als Senioren mit Rollator und Krückstock und dachten dabei auch an die Überalterung in der Kreisstadt, wie sie ausführten.

Nachdruck verlieh der Stammtisch Sinziger Straße seiner Forderung nach dem Bau der B 266-Umgehung für Lohrsdorf: "Schmetterlinge hin oder her, die Umgehung muss her." Bauarbeiter und Wiesenknopf-Ameisenbläulinge waren da unterwegs, wobei die Schmetterlinge, im wirklichen Leben angeblich Hinderungsgrund für den Straßenbau, Schilder auf der Brust trugen wie "Bin nicht von hier" oder "Nur zu Besuch".

[kein Linktext vorhanden]Ganz bestimmt richtig waren die Jecken vom Gerhardshof Löhndorf, die Oktoberfest-Flair an die Ahr brachten und mit der Hütten-Gaudi der Heimersheimer Möhne harmonierten. Die Hundefreunde Heimersheim als übergroße Herzen wussten "Liebe ist, wenn et Hätz für Heimesche schleid". Deshalb kamen auch die Ehlinger Möhnen im Geisha-Outfit als "Besuch aus Japan", und die Heimersheimer Elferratsfrauen in orangefarbenen Saris brachten "Bollywood von Indien bis an die Ahr".

Trotz bischöflichen Beistands der Karnevalsfreunde Wachtberg ("Dem Himmel sei dank, wir sind nicht blank") und Glücksbringer wie den Schornsteinfegern vom Tischtennisverein Ehlingen mussten die Jecken beim Umzug einen Regenschauer aushalten.

Doch fühlten sich die Gimmiger Möhne als Frösche weiterhin pudelwohl, erblassten auch die Schützen als "Piratengeister" nicht noch mehr, und sorgten "One vision" mit echtem Bully im Schlepptau weiter für "Flower Power". Die Matrosen von "One Dream" waren sowieso gerüstet, und "Willis People" als Kannibalen hatten unvermindert alle und alles "zum Fressen gern".

Mehr von GA BONN