Buchkünstler Reinhold Nasshan in Remagen: Wenig Dialog mit Paul Klee

Buchkünstler Reinhold Nasshan in Remagen : Wenig Dialog mit Paul Klee

Der „Dialog mit Paul Klee“ ist eröffnet. In Christoph Noebels Galerie Artspace K2 bestückt Reinhold Nasshan, Künstler aus Landau, die gleichnamige Ausstellung mit Texten und Malerei.

Die kräftigen Bilder lassen auf einem durchgearbeiteten Farbschichten-Fond mit Tupfen, Spritzern und Ritzungen prägnante Zeichen erscheinen. Wie sind sie durch Klee inspiriert? „Gar nicht“, sagt der Künstler, wobei die Kürzel wirklich eher an Miro bis Penck erinnern. Auge, Kreis und Punkt tauchen auf, Pfeile und Forken.

In Schwarz beherrschen sie die farbigen Formate. Zwischen Bild und Schrift stehend, tanzen und taumeln sie über den Bildgrund. Manchmal formieren sie sich zu Figürlichem so bei „Schlafende Zustände“, zwei miteinander verbundene Augen, deren eine Pupille nach unten kippt oder „Aus welchen Fernen geboren“, wo die Linien einem Schädel ähneln. Der Künstler verbindet eine politische Ansage damit. „Man könnte sagen, wie weit muss der Mensch weg sein vom Menschen um das hervorzubringen.“ Ob er das Töten meint, Umweltzerstörung, Ungerechtigkeiten in der Welt, bleibt ungewiss.

Der studierte Germanist und Theologe Nasshan malt abstrakt, behandelt aber konkrete Inhalte. „Ich finde, das ist narrative Malerei; der Betrachter ist aufgefordert, die kryptische Geschichte aufzulösen. Die Bilder sind eine Welt, die schon beschrieben ist, daraus muss der Betrachter seine eigene Welt machen“, erklärte er. Nasshans Äußerungen waren erhellend. Er lenkte etwa die Aufmerksamkeit auf „Schriftautomat König droht“, eine Acrylarbeit, in der ein aggressiver Riesenrechen auftrumpft.

Ein anderes, von eindringlichen Zeichen bevölkertes Bild überschrieb er mit „Den Worten die Welt ablauschen“. Offenbar hat Nasshan das Feld zwischen halbentwickelten Zeichen bis zum Schriftautomat als vermintes Gebiet ausgemacht. Es zu beackern, darin ist der Mann Experte, da er seit 2001 Buchkunst betreibt mit Künstlerbüchern und Malerbüchern. Da ist er dann auch zu finden der „Dialog mit Paul Klee“: als Nasshans Dichtung aus Klees Werktiteln.

In geringem Maße fließt dies in die Ausstellung ein durch Papierröhren, bedruckt mit Buchauszügen. Dass sie mehr darstellen wollen, als nur die Garnitur der Bilder, kann der Gast der beiläufigen Präsentation nicht entnehmen. Beim Lesen springen ihn dadaistisch wirkende Verse an, etwa: „17 iRR – Die Qualität des Schweigens zwingt Eingezäuntes in das Würfelbild – Es erscheinen materialisierte Gespenster“.

Die Ausstellung an der Kirchstraße 2 ist bis 31. Dezember mittwochs bis samstags, 15 bis 18.30 Uhr, geöffnet.

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