Weihnachtsmarkt Oberwinter: Diebe stehlen Tannenbäume

„Bürgerschaftliches Engagement untergraben“ : Diebe stehlen Tannenbäume von Oberwinterer Weihnachtsmarkt

Die Oberwinterer Interessengemeinschaft ärgert sich über Nebenerscheinungen bei einem ansonsten gelungenem Weihnachtsmarkt: 50 Tannenbäume waren kaum in der Straße verteilt, da waren schon einige gestohlen. In der Nacht vor dem Adventsmarkt-Auftakt hatten Unbekannte außerdem versucht, Strohballen anzuzünden.

Für Flaneure ist es rauf und runter gegangen und zwischendurch auch immer wieder seitlich in Höfe rein und zu zahlreichen Stopps bei den insgesamt 33 Ausstellern. Beim Adventsmarkt in Oberwinter ist die Hauptstraße wieder zur Weihnachtsmeile geworden. Leuchtsterne an den Häusern, Strohballen als Deko und vor fast jedem Haus ein Tannenbaum, der von den Anwohnern auch mit Strom versorgt und so zum Leuchten gebracht wurde, gehörten wieder zum anheimelnden Bild bei der 40. Auflage des Ereignisses, dessentwegen sich die Interessengemeinschaft (IG) Oberwinter einst gegründet hatte.

Nur eines ärgerte die Vorsitzende des Zusammenschlusses engagierter Bürger, Sabine Glaser, diesmal: 50 Tannenbäume waren in der Vorwoche kaum in der Straße verteilt, da waren schon einige gestohlen, und in der Nacht vor dem Adventsmarkt-Auftakt hatten Unbekannte unter anderem versucht, Strohballen anzuzünden. „Durch diese Taten wird bürgerschaftliches Engagement untergraben“, ist Glaser ziemlich sauer. Gerade in Zeiten, in denen sie eh dankbar für jede Unterstützung sei.

Die Besucher des Weihnachtsmarkts bekamen davon nichts mit und zählten auch die nunmehr 46 verbliebenen Tannenbäume nicht. Dafür hatten sie viel zu viele andere Attraktionen am Wegesrand: Der Turn- und Sportverein (TuS) Oberwinter hatte Pakete geschnürt, die als Losgewinn ausgegeben wurden. Auch der Tierschutzverein Remagen war mit einer Tombola und zudem mit Haustierzubehör vom Schnüffelteppich bis zum Hundekissen sowie mit Steckbriefen seiner Schützlinge dabei.

Der Bandorfer Backesverein bot frisches Brot unterm Torbogen des Evangelischen Gemeindehauses an, Förderer und Zugehörige der Katholischen Kindertagesstätte Arche Noah hatten „Chipstäschchen“ und Fröbelsterne gefertigt, und die Arbeiterwohlfahrt hatte ihren Basar traditionell inmitten der Ausstellung beim Oberwinterer Rathausverein aufgebaut.

Statt Federhut hatte der amtierende Karnevalsprinz Micha I. (Rautenberg) aus Oberwinter eine rote Nikolausmütze auf und sammelte mit seiner Prinzessin Patty I. unter anderem auch durch den Verkauf von Bratapfellikör mit Sahnehaube für den guten Zweck. „Ein Euro pro verkauftem Pott geht am Veilchendienstag an das Kinderhospiz in Bonn“, erklärte er. „Ein Blick in die großen braunen Kulleraugen eines kleinen Dotzes in einem Kinderhospiz, von dem ich wusste, dass er nie mehr die Chance haben würde, Karnevalsprinz zu werden“, hat sein Herz einst erweicht und den Ausschlag für die Aktion gegeben.

Beim Adventsmarkt hatten Kinder Gelegenheit, „Weihnachtsmann“ Dieter Regnery ihre Wünsche zu verraten und mit ihm ein Erinnerungsfoto zu schießen. Eine süße Leckerei erhielten sie außerdem. Ein Spaß nicht nur für Kinder war auch ein Gang durch die „Schmuckwerkstatt“, die in einem leerstehenden Erdgeschossraum entstanden war: Bei der Besichtigung stapften die Besucher durch drei große Tonnen Laub, das die Aussteller auf dem Boden verteilt hatten.

Etwas für die Ohren boten Jens Böhlitz mit „Rock around the Christmas tree“ und Melinda Huschban mit Weihnachtsliedern auf der Bühne am Markt.

Dazu mundeten roter Zaubertrunk nach Geheimrezept, Winzerglühwein oder am Stand des Oberwinterer Seniorenheims Franzikuspunsch. 100 Kilogramm Kartoffeln für Reibekuchen hatten Sabine Günther und Susanne Lohe verarbeitet.

Andere Oberwinterer hatten Spekulatius gebacken und Quittenessig sowie Rosmarinöl hergestellt, sie präsentierten einen weihnachtlichen Kleiderflohmarkt und edle Mode. Zu erstehen waren auch Tee und Gewürze, Christstollen und Upcycling-Deko aus Einweg-Paletten.

An den Ständen und den Häusern, von denen jeweils das schönste prämiert wurde, hatten sich viele Beteiligte respektive Anwohner viele Mühe gemacht: Hier hingen echte Amaryllis wie Eiszapfen nebst Tannengrün von der Pagodendecke, dort waren es kleine Päckchen.

Tische und Stühle auf der Straße waren mit Nikolausmützen oder Sackleinen adventlich verschönert worden und luden vielerorts zum Verweilen ein.