Student an der Hochschule in Remagen: Vom Bürgerkrieg in Syrien zum Technikstudium

Student an der Hochschule in Remagen : Vom Bürgerkrieg in Syrien zum Technikstudium

Hussein Al Hussein ist Student am Rhein-Ahr-Campus und setzt sich für den Dialog zwischen den Kulturen ein. Vor ziemlich genau drei Jahren floh Hussein Al Hussein vor dem Bürgerkrieg in Syrien.

Seit dem Sommersemester ist Hussein Al Hussein als regulärer Student am Rhein-Ahr-Campus der Hochschule Koblenz in Remagen eingeschrieben – und engagiert sich für den Dialog zwischen geflüchteten Menschen und Einheimischen. Vor ziemlich genau drei Jahren floh Al Hussein vor dem Bürgerkrieg in Syrien.

Mit der Einschreibung in ein Medizintechnik-Studium geht für Al Hussein ein Kindheitstraum in Erfüllung, den er in Syrien wegen des Krieges nicht verwirklichen konnte. Das erste Semester hat er nun abgeschlossen. Neben dem Studium findet er noch Zeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Bereits vor der Aufnahme seines Studiums hatte sich Al Hussein als Übersetzer im Krankenhaus, als Helfer beim Roten Kreuz und als Sozialbetreuer beim Pfarrverband Bonn-Süd zur Verfügung gestellt. Seit Sommer arbeitet der Syrer auch als Studentenbetreuer bei der Otto-Benecke-Stiftung, die Integrationsprogramme und Qualifizierungsangebote für Zuwanderer entwickelt. Zudem unterrichtet er im Bereich Sprachen/Internationales ein Deutsch-Tutorium und wird ab 2019 auch als Studierendenbetreuer tätig sein.

Al Hussein nimmt Studium sehr ernst

Al Hussein ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie engagiert und wissbegierig einige der geflüchteten jungen Menschen sind, die am Rhein-Ahr-Campus studieren. Das Schulwissen, das ihm noch gefehlt hat, um sein Studium erfolgreich meistern zu können, hat er aus eigenem Antrieb nachgeholt. „Das Studium nehme ich sehr ernst und möchte mit einem erfolgreichen Abschluss beweisen, dass Integration gelingen kann“, betont Al Hussein in gutem Deutsch.

Und nebenbei setzt sich der Student für die Stärkung des Vertrauens zwischen geflüchteten Menschen und Einheimischen ein. Dabei sei es wichtig, Vorurteile abzubauen und den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern. „Es sollten sich alle auf Augenhöhe begegnen können, egal welcher Nationalitäten sie angehören, welche Sprache sie sprechen oder welche Hautfarbe sie haben. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung“, so der Syrer.

Mit dem Ziel, Geflüchteten den Zugang zum deutschen Bildungssystem zu erleichtern, haben deutsche Hochschulen in den letzten Jahren zahlreiche Angebote entwickelt. „Es ist wichtig, Geflüchteten einfach mal die Chance zu geben, in Projekte oder durch eine Gasthörerschaft in Seminare reinzuschnuppern, damit sie realistische Entscheidungen treffen können für ihre Zukunft“, so Laurent Borgmann, Leiter des Bereichs Sprachen am Campus. Seine Studierenden haben zudem vor drei Jahren eine Fahrradwerkstadt für Geflüchtete gegründet. ⋌