Von Verschönerungsverein gestiftet: Vier neue Fitnessgeräte für Remagen

Von Verschönerungsverein gestiftet : Vier neue Fitnessgeräte für Remagen

Der Remagener Verschönerungsverein hat der Stadt Remagen vier Fitnessgeräte gestiftet. An den im Stadtpark fest installierten Geräten darf sich jeder Interessierte sportlich betätigen.

Auch wenn im Minutentakt die Trillerpfeife von Else Olsamer schrill durch den morgendlichen Remagener Stadtpark tönt und das Kommando zum Wechseln angibt: Mit Drill haben die zwölf Übungen, die die Übungsleiterin des Turnvereins jeden Donnerstag mit ihrer Wind- und Wetter-Gruppe durchführt, nichts zu tun. Dafür strahlen die Gesichter der fitnessbegeisterten Damen zu sehr. Noch mehr Grund zur Freude hat die Truppe, weil sie seit Kurzem über weitere vier hochwertige neue Fitnessgeräte verfügt. Diese übergab der rührige, 152 Jahre alte Verschönerungsverein um den Vorsitzenden Wolfgang Dahl nun an Bürgermeister Björn Ingendahl hoch offiziell per von Claus Dreesbach formulierter, „körperliches Wohlbefinden durch Übung verheißender“ und persönlich verlesener Urkunde.

Klar, dass der Remagener Stadtchef im zum Stadtpark umgestalteten städtischen Alten Friedhof, in dessen Gestaltung der Verein seit Jahren Liebe und Mühe steckt, selbst einmal im Beintrainer den Puls hoch treiben und Kalorien verbrennen wollte. „Früher in Bonn habe ich gerudert, im Moment aber leider keine Zeit, um regelmäßig Sport zu treiben“, so Ingendahl zum GA.

Den Beintrainer haben die Helfer des Bauhofs ebenso wie den Duplex-Schulter-, den Gleichgewichts- und den Rückentrainer fest im Boden verankert. Die ursprüngliche Idee dazu kam einigen Vorstandsmitgliedern bei Reisen, als sie in anderen Parks die Möglichkeit der Bewegung in frischer Luft mittels Geräten sahen. Nach Abstimmung mit dem Ortsbeirat wurde der Entschluss getroffen, 15 000 Euro in die Hand zu nehmen, um das Projekt „Fitness“ zu verwirklichen. „Gut angelegt“, findet Schatzmeister Bernhard Exner, zumal jedermann die Möglichkeit der Nutzung hat.

Von Anfang an der Renner sind die vier roten Noppenplatten des Schultertrainers. Er verspricht nämlich nicht nur, die Nacken-Schulter-Partie von Verspannungen zu befreien, sondern auch die Blutzirkulation in den Händen zu aktivieren. Und da sich zwei am Gerät gegenüberstehen können, ist ein netter Plausch Auge in Auge auch noch möglich. Was aussieht wie ein Buzzer, ist aber nur die rote Schutzkappe. „Den muss hier keiner drücken, wenn er schneller als sein Partner fertig ist“, betont ein Vereinsmitglied.

Gleichgewichtstrainer ist eine wackelige Angelegenheit

Zwei Damen aus dem Turnverein haben sich absichtlich verkehrt herum in den Beintrainer gestellt. „Noch ist der Blick zum Rhein frei, bald ist er zugebaut“, erklären sie ihre Entscheidung, weil hinter dem Stadtpark ein Mehrfamilienhaus entsteht, das künftig den Blick zum Strom verwehren wird. Auch die Gräber von Margareta Gaussanthier, besser bekannt unter dem Namen Madame Buchela, und der Familie Caracciola sind zu sehen, wenn man gen Rhein guckt.

Eine ziemlich wackelige Angelegenheit ist der Gleichgewichtstrainer, eine Platte auf großer Sprungfeder. Wer geübt ist, lässt die Stützhilfe los, wer gut ist, stellt sich auf ein Bein und wer die perfekte Balance hat, der schließt dabei noch die Augen. „Seit drei Jahren, immer donnerstags, trainiere ich hier die Wind- und Wetter-Gruppe“, so Olsamer. Stoppuhr in der Hand, Trillerpfeife im Mund, leitet sie zusätzlich zu Hantelübungen an oder zum Stretchen und Dehnen auf den Parkbänken. „Diese Stunde tut uns so gut“, schwärmt eine Seniorin, „immerhin sind wir alle um die 80 Jahre alt.“

Eine echte Oase hat der Verschönerungsverein dort auf dem Terrain an der Alten Straße geschaffen. Die Boulebahn wird von drei festen Gruppen genutzt, der angelegte Barfußgang kommt gut an und Margot Lembke führt zu Recht mit Stolz durch „ihren“ angelegten Kräutergarten. Ob Goldmajoran oder Muskateller-Salbei, Tag- oder Schwertlilien: Hinweisschilder verraten, was wo wächst, eine Stele der Kunst-AG der Sankt-Martin-Grundschule ziert seit 2012 ebenso ein Beet, wie der Baum eines Kommunionkindes oder ein Insektenhotel. „Wer mag, der kann Küchenkräuter für den privaten Verzehr mitnehmen, nur bitte nicht mit Wurzeln“, so Lembke.

Was für den Verschönerungsverein wiederum schön zu beobachten ist, ist der Umstand, dass der Stadtpark nicht nur ältere Mitbürger anzieht, sondern auch Kindergartengruppen und Schulklassen, „aber auch Studenten, die sich auf der Wiese mit Yogamatten niederlassen“. Und was Olsamer und ihre Truppe sonst nicht nutzen können: Station 13, ein vom Remagener Verschönerungsverein, dessen Mitglieder sich durch Westen mit Aufdruck zu erkennen geben, zur Feier des Tages aufgebauter Imbiss mit Brezeln, Sekt und Saft.

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