Geldsparen war seine Stärke: Stadtkämmerer von Remagen geht in Ruhestand

Geldsparen war seine Stärke : Stadtkämmerer von Remagen geht in Ruhestand

Remagens Stadtkämmerer und Büroleiter Adalbert Krämer geht in den Ruhestand. In den vergangenen vier Jahren konnte die Verschuldung der Stadt von mehr als 20 Millionen Euro auf Ende des Jahres voraussichtlich 15 Millionen abgesenkt werden.

„Endlich nörgeln und lange schlafen. Die Welt entdecken, montags gut gelaunt sein, Zeit für schöne Dinge“: Die Belegschaft der Remagener Stadtverwaltung hat klare Vorstellungen, wie man den Ruhestand gestalten kann. Auf einer kleinen Tafel standen die „Tipps“ für ein erfülltes Rentnerdasein geschrieben – Adalbert „Alla“ Krämer wird sich sicherlich daran halten.

Nach mehr als 50 Jahren Verwaltungsdienst wurde der langjährige Remagener Büroleiter mit großem Bahnhof von Bürgermeister Björn Ingendahl feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Das Geldsparen war stets Krämers besondere Stärke. Kein Wunder, dass er erfolgreich als Kämmerer der Stadt agierte. Seit Anfang der 80er Jahre hatte es der gebürtige Lantershofener mit Zahlen im Remagener Rathaus zu tun.

In den vergangenen vier Jahren konnte die Verschuldung der Stadt von mehr als 20 Millionen Euro auf Ende des Jahres voraussichtlich 15 Millionen abgesenkt werden. „Alla Krämer ist es egal, wer unter ihm Bürgermeister ist“, meinte einst der damalige Stadtchef Herbert Georgi schmunzelnd. Und machte damit auf Krämers wichtige aber auch von Durchsetzungskraft geprägte Arbeit im Hintergrund aufmerksam.

Disziplin und Geschick

Krämer kam nach seiner Lehrzeit 1971 zur Stadt Remagen. Zunächst als Sachbearbeiter bei der Stadtkasse, die er bereits mit 20 Jahren leitete. Seither gilt er vielen als „Mann der Zahlen“. 1974 legte er die Prüfung für den mittleren Dienst und 1981 für den gehobenen Dienst ab. 1988 übernahm er die Leitung der Finanzabteilung, später kam für drei Jahre die Bauverwaltung hinzu. Seit 1995 ist Adalbert Krämer Büroleiter – und damit rechte Hand des Bürgermeisters. Derer hat er vier an der Zahl erlebt. Zuletzt sorgte Krämer für einen geordneten Übergang im Rathaus, zunächst im August des vergangenen Jahres beim Amtsantritt von Bürgermeister Björn Ingendahl und seit Januar bei der Einarbeitung seines Nachfolgers als Büroleiter Matthias Geusen.

„Adalbert Krämer ist in der Verwaltung in Remagen und darüber hinaus eine Institution. Sein großes Erfahrungswissen und seine enorme Einsatzbereitschaft waren für unsere Stadt ein Segen. Äußerst diszipliniert und zugleich vielfach humorvoll im Umgang mit seinen Mitarbeitern steuerte er die finanziellen Geschicke dieser Stadt. Krämer hat großen Anteil daran, dass es Remagen besser geht als vielen anderen Kommunen“, sagte Bürgermeister Ingendahl zum Abschied.

Viele kamen zur Verabschiedung

Die komplette Rathausbelegschaft, die Mannschaft des Bauhofes, Vertreter der Feuerwehr, die Büroleiter der umliegenden Kommunen, Vertreter der Banken – bei denen Krämer in den vergangenen Jahrzehnten Kredite für städtische Investitionen aufnehmen „durfte“ – waren in die voll besetzte Halle des Bauhofes gekommen, um Abschied vom Urgestein der Remagener Verwaltung zu nehmen.

Humorvoll erinnerte Adalbert Krämer an den Start seiner Berufslaufbahn in der Gemeindeverwaltung Grafschaft vor 50 Jahren als Azubi: „Ich durfte für die Mitarbeiter einkaufen gehen, ich durfte die Blumen gießen, ich habe Telefonhäuschen geputzt und im Sommer wurde der Swimmingpool für den Bürgermeister aufgebaut....“. Aber auch die Lehrjahre gehen einmal zu Ende: Nach Verwaltungslehre und den Prüfungen für den mittleren, später den gehobenen Dienst, schwamm Krämer weit oben. Dies bis zum gestrigen Tag.

Das Fazit des neuen Ruheständlers: „Es hat Spaß gemacht. Und ich glaube sagen zu dürfen: Wir haben für die Stadt vieles gemeinsam erreicht.“ Wo die einen gehen, rücken andere nach: Bürgermeister Ingendahl und Büroleiter Matthias Geusen werden ab dem 1. Mai von Marc Göttlicher in neuer Funktion unterstützt. Er übernimmt als Kämmerer der Stadt Remagen die Leitung des Sachgebietes Finanzen und vertritt Geusen als stellvertretender Büroleiter.

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