Grundschule St. Martin in Remagen: "Schaut in unsere Kunstwelt"

Grundschule St. Martin in Remagen : "Schaut in unsere Kunstwelt"

Kinder der Remagener Grundschule St. Martin zeigen tolle kreative Ergebnisse in der Villa Heros. Künstlerin Rosmarie Feuser, die Ideengeberin der Ausstellung, hatte die Zweit- bis Viertklässler, wie Kollegin Hildegard Eichstätter, in der Schule angeleitet, aber zudem, gefördert durch das Landesprogramm "Jedem Kind seine Kunst", auch im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.

"Du, wir sind da, so richtig da, mit allem was wir haben, mit Haut und Haar", sangen die Kinder der Grundschule St. Martin. Unter Gitarrenbegleitung ihrer Schulleiterin Anjo Närdemann boten sie vor der Villa Heros den lebendigen Auftakt zu "Schaut in unsere Kunstwelt".

Hocherfreut über diese erste Schulausstellung stellte Närdemann klar: "Für den Titel haben wir keine Werbeagentur bemüht, das können wir schon selber." Zuvor staunte sie doch, "wie versunken einzelne Kinder in den Kunst-AGs arbeiteten".

Nach der Begrüßung des Ersten Beigeordneten Rolf Plewa, der den Organisatoren dankte, "dass Ihr die Kinder in Kunst, Kultur und Lebensfreude miteinbezieht", verriet Annette Krapp, Leiterin der Kunstvermittlung im Museum, was ihr im Domizil des Künstlerforums begegnete.

Die erste Ausstellungsbesucherin sah Portraits und Skulpturen, Märchenbilder, "wohl angeregt durch den langen Rapunzelzopf im Museum", vier Jahreszeiten und Eistänzer. Wunderbar findet sie, dass die immer mittwochs eintreffenden Schüler inzwischen ohne Schwellenangst, "das Museum kennengelernt haben als einen Ort, wo man sich vergnügt aufhalten kann".

Vergnüglich ist auch der Besuch der Ausstellung. Man erkennt auf hübschen Stoff-Collagen, wie sich die Prinzessin auf der Erbse bettet und Wäsche auf der Leine flattert, taucht in silbrige Alu-Welträume ein, lässt sich durch Papierarbeiten vom kleinen Prinz bezaubern und nicht minder vom Held der wilden Kerle und individuell gestalteten Pastellkreide-Gesichtern. Es bezirzen, mal unter Schmetterlingen, mal unter nächtlichen Gestirnen und Hagelwolken, Bilder ganzer Katzenfamilien ebenso wie gemalte, ausgeschnittene Blumenvasen.

Aufmerksamkeit verdienen auch gezeichnete Menschenmengen, Eulen, Köpfe aus Tüten, eisblaue Tanzszenarien und schwarz-orangefarbene Martinsfeuer. Rot, gelb und grün wirken aufgedruckte Arpsche Formen toll auf schwarzem Karton, während in Anlehnung an Jawlenskys Christusgesichte eindrucksvolle schwarz-weiße Druckformate entstanden.

Frottagen, Abreibung von Oberflächenstrukturen mit Stiften, erzeugten geheimnisvolle Kompositionen. Köstlich die jecken Gestalten, die beim Cadavre Exquis, dem Spiel mit gefaltetem Papier entstanden und absolut begeisternd jene Kreationen, welche die Kinder schufen, als sie Tara Donovans Werke fürs Arp Museum nachahmten, indem sie aus Trinkhalmen und Kaninchendraht federleichte reizvolle Gebilde zauberten.

Die Ausstellung ist bis 20. Juli samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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